Ehrenwort – Ein Podcast über Skandale
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Der talentierte Mr. Postel

27. Juni 2026 · 1 Std. 3 Min.

Ein Postbote, der sich über Jahrzehnte mit gefälschten Dokumenten als Arzt, Amtsarzt und schließlich Oberarzt in Psychiatrischen Kliniken ausgibt – und damit zeigt, wie leicht Titel, Netzwerke und Redegewandtheit über fehlende Qualifikation hinwegtäuschen können.

Die Folge erzählt die Geschichte von Gerd Postel, der als gelernter Postbote ein Lügengerüst aus gefälschten Zeugnissen, akademischen Titeln und überzeugenden Telefonaten aufbaut. Über drei Jahrzehnte hinweg arbeitet er erfolgreich als Rechtspfleger, Priesteramtskandidat, Amtsarzt und schließlich als Oberarzt einer psychiatrischen Klinik, ohne je eine entsprechende Ausbildung zu haben. Die Geschichte zeigt die Macht von Habitus, sozialer Anpassung und Social Engineering – und wirft gleichzeitig unbequeme Fragen über die Nachprüfbarkeit akademischer Qualifikationen auf.

Zahlen & Fakten

18. Juni 1958

Geburtsdatum von Gerd Postel

1979

Suizid von Postels Mutter

1985

Verurteilung Postels wegen Betrügerei in Flensburg: ein Jahr Haft auf Bewährung

Weitere 9 Zahlen & Fakten anzeigen

39

Anzahl von Konkurrenten, gegen die Postel sich bei der Bewerbung als Oberarzt in Schadras durchsetzte

10.000 Mark

Monatliches Gehalt von Postel als Oberarzt in Schadras

80.000 D-Mark

Ersparnisse, mit denen Postel nach Flucht aus Schadras nach Berlin floh

vier Monate

Dauer von Postels Arbeit als Rechtspfleger am Oberlandesgericht Bremen vor Aufdeckung

acht Monate

Dauer von Postels Anstellung als Amtsarzt Dr. Dr. Bartholdy in Flensburg 1982

anderthalb Jahre

Dauer von Postels Anstellung als Oberarzt in der Psychiatrischen Klinik Schadras (1995–1996)

elf Monate

Dauer von Postels Flucht quer durch Deutschland, bevor er 1997 verhaftet wurde

vier Jahre

Freiheitsstrafe für Gerd Postel, verurteilt 1999 durch Leipziger Landgericht

zwei Drittel

Anteil der Haftstrafe, den Postel tatsächlich absaß, bevor die restliche Strafe 2001 zur Bewährung ausgesetzt wurde

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Rubriken

Organisationen

Themen & Erkenntnisse

Postels Kindheit, erste Betrügereien und psychologische Motivation · ab 05:03: Postels schwierige Kindheit mit dominanter Mutter und distanziertem Vater prägt sein Leben. Nach Mutters Suizid 1979 beginnt er ein Leben voller Lügen und Hochstapelei mit gefälschten Zeugnissen.
Social Engineering, Telefon als Waffe und die Amtsarzt-Episode in Flensburg · ab 24:13: Postel beherrscht Social Engineering perfekt: unter falschen Namen, mit gefälschten Dokumenten und überzeugenden Telefonaten wird er Amtsarzt in Flensburg und arbeitet acht Monate lang mit Erfolg.
Der Höhepunkt: Oberarzt in der Psychiatrie und die Flucht · ab 41:12: Als Oberarzt in Schadras leitet Postel eine psychiatrische Abteilung. Nach eineinhalb Jahren wird er erkannt, flieht und wird 1997 verhaftet und verurteilt.
Justiz, Ironie und das Vermächtnis: Postels Geltungsdrang im Nachgang · ab 50:31: Nach der Haft wird Postel eine mediale Figur, die sein Leben als Kunstwerk zelebriert und die Psychiatrie delegitimiert – bis heute.

Quellen

BuchDoktorspiele – Geständnisse eines Hochstaplers (Autobiografie von Gerd Postel)

BuchDie Abenteuer des Dr. Dr. Bartoldi – ein falscher Amtsarzt packt aus (1985, Co-Autoren: Gerd Postel und Rainer Pfeiffer)

ArtikelSpiegel-Gerichtsreporter Gerhard Mautz – Artikel über Postels Stalking-Fall gegen Bremer Staatsanwältin (1986)

Weitere 6 Quellen anzeigen

ArtikelGisela Friedrichsen (Spiegel-Reporterin) – Text über Gerd Postel und sein Verhältnis zu Frauen

ArtikelMerkur – Artikel von Burkhard Müller über Gerd Postel und die Kritik an der Psychiatrie

VideoFahndungsakte (Sat.1-Sendung) – Fernsehfahndung nach Gerd Postel 1996

VideoSchulz und Böhmermann (Talkshow) – Auftritt von Gerd Postel

PodcastPodcast von Tim Gabel – Interview mit Gerd Postel

RechtGerichtsurteile gegen Gerd Postel (Amtsgericht Bremen, Landgericht Flensburg, Leipziger Landgericht)

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

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