Solarthermie mit Parabolrinnen kann für Wärme, Prozessdampf und solare Kühlung auf geeigneten Standorten deutlich effizienter und wirtschaftlicher sein als Photovoltaik, wenn Bedarf, Integration und Speichermöglichkeiten berücksichtigt werden.
Im Interview erklärt Ahmed Lokurde (Solitärm) die Technik und Einsatzfelder von Parabolrinnenkollektoren. Er beschreibt, wie gebündelte Sonnenstrahlung Temperaturen bis rund 400 °C erzeugt, welche Medien (Wasser, Thermoöl) zum Einsatz kommen und wie sich solarthermische Systeme in bestehende konventionelle Anlagen integrieren lassen. Schwerpunkte sind der Flächen- und Wirkungsgrad-Vergleich zu PV, die Erzeugung von Prozessdampf sowie die Nutzung von Absorptionskältemaschinen für solare Kühlung.
Zahlen & Fakten
15–18 %
Typische Wirkungsgrade moderner PV-Module liegen ungefähr zwischen 15 und 18 Prozent.
65–75 %
Thermische Solaranlagen (direkte Wärmenutzung) können Wirkungsgrade von etwa 65–75 Prozent erreichen.
20 %
In vielen Industrien beträgt der Anteil des Stromverbrauchs am Gesamtenergieeinsatz rund 20 Prozent.
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50 %
Mehr als 50 Prozent des Energieeinsatzes in Industrie und Gewerbe entfällt auf thermische Energie (Heizung, Prozesswärme).
>80 %
Bei einer Referenzanlage in Izmir wurde eine Stromersparnis von über 80 Prozent berichtet (bei solarem Kühlbetrieb und Speicherung).
1.000–2.000 €
Anschaffungskosten für PV-Anlagen liegen nach Angaben im Gespräch grob zwischen 1.000 und 2.000 Euro pro Kilowatt Peak.
2003
Solitärm installierte die erste wirtschaftlich funktionierende Anlage im Jahr 2003.
12
Solitärm hat Anlagen in etwa 12 Ländern installiert.
50
Solitärm hat bis jetzt über 50 Anlagen installiert.
400 °C
Parabolrinnenkollektoren können Sonnenenergie so konzentrieren, dass Temperaturen bis etwa 400 °C erreicht werden.
150–220 °C
Industrie-Anwendungen benötigen häufig Prozesswärmeniveaus im Bereich von etwa 150–220 °C für Dampfbereitstellung.
3–4×
Pro Flächeneinheit liefern solarthermische Systeme oft drei- bis viermal mehr nutzbare thermische Energie als PV-Strom.
3.000–4.000 kWh
Typischer jährlicher Stromverbrauch eines deutschen Haushalts liegt grob bei 3.000–4.000 kWh.
15.000–20.000 kWh
Typischer jährlicher Brennstoffverbrauch (z. B. Erdgas) für Heizung eines deutschen Haushalts liegt grob bei 15.000–20.000 kWh.
1 MW → 5–6 Jahre
Für eine 1-Megawatt-thermische Anlage nennt Solitärm eine typische Amortisationsdauer von etwa 5–6 Jahren.
5 MW → 4–5 Jahre
Für eine 5-Megawatt-Anlage liegt die genannte Amortisationsdauer typischerweise bei etwa 4–5 Jahren.
25 Jahre
Die Lebensdauer einer solarthermischen Anlage wird bei Solitärm mit etwa 25 Jahren angegeben.
3.000 t CO2
Die genannte CO2-Einsparung einer kürzlich installierten Solitärm-Anlage in der Türkei beträgt etwa 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr.
800–2.000 kWh/kWp
Beispiel-Erträge: Nordrhein-Westfalen etwa 800–900 kWh/kWp, Freiburg ~1.100 kWh/kWp, Riyadh ~2.000 kWh/kWp.
60 km/h
Bei Windgeschwindigkeiten über etwa 60 km/h fahren die Parabolrinnen in eine Schutz- bzw. Schlafstellung.
180 km/h
Entwicklungen und Tests der Anlagen berücksichtigten Windstärken bis zu etwa 180 km/h.
50.000–200.000 m³
Genannte Größenordnung für kommunale saisonale Wärmespeicher in Norden/Skandinavien: z. B. 50.000, 100.000 oder 200.000 Kubikmeter.
15
Solitärm beschäftigt derzeit in- und außerhalb Deutschlands etwa 15 Mitarbeiter.
Rubriken
Themen & Erkenntnisse
Wer spricht
AAhmed LokurdeGAST
Gründer und Vertreter von Solitärm; zuvor tätig im Forschungszentrum Jülich im Bereich Brennstoffzellenentwicklung und Wasserstoffherstellung. Entwickelte seit den frühen 2000er-Jahren solarthermische Anlagen (erste wirtschaftliche Anlage 2003), realisierte weltweit über 50 Anlagen in rund 12 Ländern und fokussiert auf Prozessdampf, solare Kühlung, Hybridlösungen und saisonale Wärmespeicherung.
Alle Auftritte von Ahmed Lokurde →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
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