Solo-Selbstständige fallen durch nahezu alle sozialen Sicherungsnetze und müssen durch politische Reformen und kollektive Organisation ihrer prekären Lage selbst entgegenwirken.
Die Folge beleuchtet die systematische Benachteiligung von Solo-Selbstständigen im deutschen Sozialstaat. Sie haben keinen bezahlten Urlaub, keinen Mutterschutz und sind bei der Altersvorsorge auf sich selbst gestellt. Der Artikel analysiert strukturelle Probleme wie zu niedrige Stundensätze, Krankenversicherungslücken und veraltete Regelungen, die noch immer auf Angestelltenverhältnisse ausgerichtet sind. Abschließend werden konkrete Lösungsansätze vorgestellt: von branchenspezifischen Mindesthonoraren über erweiterte Sicherungssysteme bis hin zur Vorbildfunktion anderer Länder wie der Niederlande, die zeigen, dass besserer Schutz möglich ist.
Zahlen & Fakten
9 %
Anteil der rund 3,7 Millionen Selbstständigen in Deutschland, die Ende 2023 freiwillig in der Rentenversicherung versichert waren.
50 %, 30 %, 20 %
Finanzierungsaufteilung der KSK-Beiträge: Versicherte tragen 50 %, Unternehmen 30 %, Bund zahlt 20 % Zuschuss.
5 %
Gesetzlich verpflichteter KSK-Abgabesatz bei Honorarsummen für beauftragte selbstständige Fotografen durch Agenturen und Verlage.
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44 %
Verdienstgefälle selbstständiger Frauen gegenüber Männern – deutlich über der allgemeinen Gender-Pay-Gap von 16 %.
83 %
Anteil selbstständiger Mütter laut Verein 'Mutterschutz für alle', die in der Schwangerschaft wirtschaftliche Nachteile hatten.
2/3
Im EU-Durchschnitt sind mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Selbstständigen Solo-Selbstständige.
39
Teilnehmerzahl der nicht-repräsentativen Umfrage bei Freelancern, die der Artikel als Grundlage nutzt.
1/4
Statistisch etwa jeder Vierte wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig, private Absicherung dagegen unter Selbstständigen gering.
180.000
Anzahl der selbstständigen Künstler und Publizisten, die aktuell von der Künstlersozialkasse (KSK) abgesichert sind.
1/3
Etwa ein Drittel aller Frauen beendet nach der Geburt ihre Selbstständigkeit aufgrund fehlender Unterstützung.
72 Euro
Höhe des täglichen Wochengelds in Österreich für selbstständige Frauen (alternative Option: Betriebshilfe).
2000 Euro
Betrag, den Rentner seit Januar 2026 monatlich steuerfrei hinzuverdienen dürfen (Aktivrente) – Selbstständige ausgeschlossen.
111.794
Unterschriften auf der Change.org-Petition 'Mutterschutz für alle' von Johanna Röhe und Mitstreiterinnen (2021).
4000 Euro
Beispiel-Bruttoeinkommen zur Kalkulation eines angemessenen Stundensatzes für Solo-Selbstständige (mindestens 40 Euro/Stunde nötig).
80–100 Euro
Übliche Stundensätze in IT-Branche und Beratung; andere Branchen wie Medien können diese nicht zahlen.
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• StudieBericht 'Solo-Selbstständig in unbezahltem Terrain' von Cosima Langer und Katrin Mauch (2026)
• RechtEuropäischer Gerichtshof-Urteil zur Aufhebung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure
• RechtKoalitionsvertrag der Bundesregierung zwischen CDU, CSU und SPD mit Verankerung des Mutterschutzes für Selbstständige
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeKIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.