Radiowissen – BR
Radiowissen – BR
Radiowissen – BR

Eine ungewollte Heldin - Hedwig Porschütz

1. Juli 2026 · 22 Min.

Die Folge zeigt, wie eine mutige Berliner Helferin im Nationalsozialismus Menschenleben rettete, aber nach dem Krieg Verachtung statt Anerkennung erfuhr.

Die Reportage schildert, wie Helferinnen in Berlin 1943 Lebensmittelpakete nach Theresienstadt schickten und Verfolgte in Verstecken versorgten. Sie beschreibt das Netzwerk um die Blindenwerkstatt, die unkonventionellen Methoden (Schwarzmarkt, Bestechung, Ausweise) und die persönlichen Risiken. Zugleich beleuchtet die Folge die nachkriegsliche Verweigerung von Anerkennung und Entschädigung für die Helferin, die wegen ihres früheren Lebenswandels abgewertet wurde.

Zahlen & Fakten

20.000

Geschätzte Zahl der Personen im damaligen Deutschen Reich, die Jüdinnen und Juden geholfen haben (zur Einordnung genannt).

26.03.1943

Datum der Postkarte von Alice Licht aus Theresienstadt, die Dank und Sehnsucht an die Helferin richtet.

1956

Jahr, in dem die Helferin einen Antrag auf Anerkennung als politisch Verfolgte beim Entschädigungsamt Berlin stellte.

Weitere 6 Zahlen & Fakten anzeigen

1977

Jahr des Todes der Helferin; sie starb in großer Armut und ohne Anerkennung.

mehr als 150

Anzahl der Lebensmittelpakete, die 1943 von Helferinnen und Helfern aus Berlin nach Theresienstadt geschickt wurden.

rund 25

Ungefähr so viele interne Personen (neben Alice Licht) wurden durch die Sendungen in Theresienstadt vor dem Verhungern gerettet.

1,5

Größe der Wohnung in Zimmern, in der Verfolgte zeitweise versteckt wurden (1,5‑Zimmer‑Wohnung).

10

Kilogramm Speck, die bei einem Festgenommenen im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Lebensmittelmarken versucht wurden zu kaufen.

1,5

Haftstrafe in Jahren, zu der die Helferin am 02.10.1944 vom Sondergericht verurteilt wurde.

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Rubriken

Themen & Erkenntnisse

Rettungsaktionen und Versorgung per Paketen · ab 00:13
Verstecke, Schwarzmarkt und persönliche Risiken · ab 02:32
Haft, Nachkriegsurteile und verweigerte Anerkennung · ab 13:52

Quellen

Postkarte von Alice Licht an Hede, 26.03.1943 (private Quelle)

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

K
Karin BeckerHOST

Karin Becker, Journalistin (BR), ist die Autorin und Erzählerin der Folge; sie präsentiert die Recherche zur Lebensgeschichte der Helferin, fasst Archivmaterial und Zeitzeugenberichte zusammen und führt durch die historische Einordnung.

Alle Auftritte von Karin Becker

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

Ähnliche Folgen

Die Lieblingsschülerin · 29. Juni 2026

Die Lieblingsschülerin (Bonus 1/2) - Weitere Fälle

Opfer von sexualisierter Gewalt an Schulen werden oft mit Scham und Selbstvorwürfen zurückgelassen, obwohl Verantwortung und Schuld klar bei den Erwachsenen und den Institutionen liegen.

Servus. Grüezi. Hallo. · 1. Juli 2026

Graf Furz in der Berghütte

Die EU-Regelung verschärft den Schutzstatus für nachkommende wehrpflichtige Männer aus der Ukraine, während die Sendung außerdem den Hütten-Boom in den Alpen, dessen Widersprüche und Alltagsprobleme sowie eine Geschichte über Solidarität in Hitzezeiten behandelt.

WDR Zeitzeichen · 3. Juli 2026

Skandal und Startschuss: "Nicht der Homosexuelle ist pervers ..."

Rosa von Braunheims Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ löste 1971/72 einen Medienskandal aus und wurde zum Startschuss für die Schwulen‑ und Lesbenbewegung.

WDR Lebenszeichen · 2. Juli 2026

Altötting. Das heimliche Herz Bayerns

Altötting ist ein lebendiger Marienwallfahrtsort, in dem persönliche Frömmigkeit, Reliquienverehrung und bayerische Geschichte eng verwoben sind.

Die sogenannte Gegenwart · 29. Juni 2026

Die Suche nach den Nazis in unseren Familien

Der Wunsch der Nachgeborenen, die NS-Zeit zu recherchieren, sagt weniger über damalige Schuldigkeit aus, sondern mehr darüber, wie das Böse aus Gutem entsteht – und dass dies bis heute verstanden werden kann.

Tatort Niedersachsen · 3. Juli 2026

Tatort Niedersachsen: Mörder auf der Flucht: Der Fall Melanie R. und Benjamin F.

Die Folge rekonstruiert den Mord an einer jungen Frau, das Täterprofil und die 2026 erfolgte Flucht eines verurteilten Mörders sowie die anschließende Fahndung und politische Debatte.