
Die Regierung will nicht, dass Sie das wissen. Mit Felix Zimmermann
10. Juli 2026 · 48 Min.
Geplante Änderungen am Informationsfreiheitsgesetz (IFG) würden Auskunftsrechte einschränken — durch Einführung eines 'berechtigten Interesses', höhere Gebühren, Namensschwärzungen und Beschränkungen bei Anfragenden — und damit Transparenz und demokratische Kontrollmöglichkeiten schwächen.
Das IFG hat 2006 das traditionelle Amtsgeheimnis zugunsten von Transparenz gekippt und ermöglicht Bürgern und Journalist:innen weitgehenden Zugang zu Behördeninformationen. In der Folge wurden zahlreiche Missstände, etwa Lobby-Zugänge, die Maskenbeschaffung während der Pandemie und strittige Corona-Protokolle, durch IFG-Anfragen aufgedeckt. Das geplante Reformpaket will nun den Auskunftsanspruch beschränken (berechtigtes Interesse, nur natürliche Personen, Schwärzungen, Gebühren nach Kostendeckung), was Experten und Aktivisten als Rückschritt für Demokratie und öffentliche Kontrolle kritisieren.
Zahlen & Fakten
5,7 Milliarden
Ungefähre Kosten der Maskenbeschaffungen laut Bundesrechnungshof (im Zusammenhang mit der Maskenaffäre)
2006
Einführung des Informationsfreiheitsgesetzes des Bundes
500 Euro
Bisherige Höchstbegrenzung der Gebühren pro Anfrage beim IFG des Bundes
Weitere 3 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
20.000
Ungefähres jährliches Anfrageaufkommen beim IFG des Bundes
15.000 Euro
Beispielhafte (gerichtlich beanstandete) Gesamtkostenforderung für eine Vielzahl von Fragen, die abschrecken sollte
60
Anzahl von Fragen in einem Beispiel, die Behörden früher als Einzelfragen mit hohen Gebühren belegen wollten
Themen & Erkenntnisse
Wer spricht
PPaul RonzheimerHOST
Paul Ronzheimer ist Journalist und Chefredakteur BILD; in dieser Folge moderiert er die Diskussion über das Informationsfreiheitsgesetz, sammelt Zuhörerfragen und führt das Interview.
Alle Auftritte von Paul Ronzheimer →FFelix ZimmermannGAST
Felix Zimmermann ist Chefredakteur des juristischen Onlinemagazins Legal Tribune Online (LTO), Rechtsanwalt im Medienrecht und Host des Podcasts 'Die Rechtslage'. Er erklärt die Praxis des IFG, nützt Beispiele aus Recherchen und analysiert die Folgen der vorgeschlagenen Reformen.
Alle Auftritte von Felix Zimmermann →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
Ähnliche Folgen
@mediasres – Deutschlandfunk · 9. Juli 2026
Diskussion um Informationsfreiheitsgesetz - Interview mit Stephan Mayer (CSU)
Stefan Mayer verteidigt die geplante Novellierung des Informationsfreiheitsgesetzes als Maßnahme zur Verwaltungsentlastung und zum Schutz von Beschäftigten; Kritiker sehen darin jedoch eine Gefahr für Transparenz und Recherchefreiheit.
@mediasres – Deutschlandfunk · 7. Juli 2026
Johannes Schätzl (SPD) kritisiert geplante IFG-Reform
Johannes Schätzl kritisiert geplante Einschränkungen am Informationsfreiheitsgesetz und setzt sich dafür ein, dessen Kern als Jedermannsrecht zu bewahren.
@mediasres – Deutschlandfunk · 8. Juli 2026
Kolumne: Zu abstrakt? Wie Medien über das Informationsfreiheits-Gesetz berichten
Marina Weisband warnt, dass die Reform des Informationsfreiheitsgesetzes NGOs ausschließt und Transparenz schwächt, während Medien sich zu sehr auf leicht verständliche Aufreger konzentrieren.
Auf den Punkt – Süddeutsche Zeitung · 10. Juli 2026
Spargesetz statt Reform: Das ändert sich jetzt im Gesundheitssystem
Der Bundestag hat ein Spargesetz für die gesetzliche Krankenversicherung beschlossen, das vor allem gesetzlich Versicherte und Leistungserbringer belastet.
Breitband – Medien und digitale Kultur · 11. Juli 2026
Jugendschutz im Netz - Social-Media-Verbote sind keine Lösung
Ein pauschales Social‑Media‑Verbot für Jugendliche ist keine sinnvolle Lösung; stattdessen empfehlen Experten altersgestufte Regeln, Safety‑by‑Design und bessere Altersverifikation, während zugleich die Reform des Informationsfreiheitsgesetzes Transparenzrechte einschränken und die freiwillige Chatkontrolle in der EU erneut umstritten ist.
Auslegungssache – c't Datenschutz · 10. Juli 2026
Datenschutz-Alltag im Krankenhaus
Datenschutz im Krankenhaus funktioniert pragmatisch risikoorientiert: Artikel 9 DSGVO wird im Klinikalltag überwiegend über Art. 9 Abs. 2 lit. h in Verbindung mit dem Behandlungsvertrag abgedeckt, ergänzt durch das Gesundheitsdatennutzungsgesetz für interne Auswertungen.