
Deutschland hat größere wirtschaftliche und strukturelle Probleme, als die aktuelle pessimistische Stimmung vermuten lässt – doch ohne Risiko, ehrliche Debatten und Bereitschaft zu echten Reformen wird das Land seine Herausforderungen nicht bewältigen können.
Paul Ronzheimer spricht mit DIW-Präsident Marcel Fratzscher über Deutschlands wirtschaftliche Lage und zentrale Reformen. Fratzscher argumentiert, dass die nationale Stimmung deutlich pessimistischer ist als die tatsächliche Realität, Deutschland aber trotzdem in einer existenziellen Krise steckt. Er betont, dass die Automobilbranche selbst für ihre Misere verantwortlich ist, plädiert für mehr Risikobereitschaft bei Innovationen, verteidigt Migration als wirtschaftlichen Gewinn, diskutiert Rentenreformen inklusive eines höheren Renteneintrittsalters von 70 Jahren und kritisiert die ungerechte Besteuerung von Arbeit gegenüber Vermögen.
Zahlen & Fakten
zu 90 Prozent
Verantwortung der Automobilhersteller für ihre derzeitige Misere (Dieselskandal, China-Abhängigkeit, verschlafene Innovation)
80–90 Prozent
Anteil des Energiebedarfs, der durch Erneuerbare hätte gedeckt werden können, wenn konsequent nach 2013 ausgebaut worden wäre
100 Milliarden Euro pro Jahr
Langfristige Erhöhung der Steuereinnahmen durch Migration laut Sachverständigenrat für Wirtschaft
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100 Milliarden Euro
Geschätzte jährliche Steuerhinterziehung durch Spitzenverdiener und Menschen mit großem Vermögen
70 Prozent bis über 80 Prozent
Beschäftigungsquoten von Männern aus Südien, die als Geflüchtete nach Deutschland kamen
5 Millionen
Netto-Verlust von Beschäftigten in den kommenden zehn Jahren durch Renteneintritt von Babyboomern ohne junge Nachwuchskräfte
15.000 Menschen
Nachgewiesene Fälle von Sozialbetrug mit Bürgergeld in den letzten Jahren
von 6:1 auf knapp 2:1
Verhältnis Beschäftigte zu Rentner – von den 1960er Jahren bis heute
8 Jahre
Differenz in der Lebenserwartung zwischen den 1950er-60er Jahren und heute
400.000
Nettozuwanderung von Beschäftigten pro Jahr, die laut IAB/Bundesagentur für Arbeit nötig wäre, um demografischen Wandel auszugleichen
200.000
Aktuelle Zuwanderung nach Deutschland pro Jahr ungefähr
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• StudieSachverständigenrat für Wirtschaft – Berechnung zum wirtschaftlichen Effekt von Zuwanderung (langfristige Erhöhung der Steuereinnahmen um 100 Milliarden Euro pro Jahr)
• Philipp Aghion – Nobelpreis für Ökonomie zum Konzept der 'kreativen Zerstörung'
Weitere 1 Quelle anzeigenWeniger anzeigen
• RedeLudwig Erhard – Aussage 'Wirtschaft ist zu 80 Prozent Psychologie'
Wer spricht
PPaul RonzheimerHOST
Paul Ronzheimer ist Journalist und Chefredakteur BILD; in dieser Folge moderiert er die Diskussion über das Informationsfreiheitsgesetz, sammelt Zuhörerfragen und führt das Interview.
Alle Auftritte von Paul Ronzheimer →MMarcel FratzscherGAST
Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Wirtschaftswissenschaftler und Ökonom. Studierte in USA, Großbritannien und Italien, arbeitete als Entwicklungshelfer in Indonesien, für Think Tanks in Washington DC und die Europäische Zentralbank. Forscht zu Ungleichheit, Infrastruktur, Wohnen und Wirtschaftspolitik; berät unabhängig Politik und Wirtschaft auf Basis wissenschaftlicher Daten.
Alle Auftritte von Marcel Fratzscher →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
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