RONZHEIMER.
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Ist die Wirtschaft selbst an allem schuld? Mit Marcel Fratzscher

6. Juni 2026 · 51 Min.

Deutschland hat größere wirtschaftliche und strukturelle Probleme, als die aktuelle pessimistische Stimmung vermuten lässt – doch ohne Risiko, ehrliche Debatten und Bereitschaft zu echten Reformen wird das Land seine Herausforderungen nicht bewältigen können.

Paul Ronzheimer spricht mit DIW-Präsident Marcel Fratzscher über Deutschlands wirtschaftliche Lage und zentrale Reformen. Fratzscher argumentiert, dass die nationale Stimmung deutlich pessimistischer ist als die tatsächliche Realität, Deutschland aber trotzdem in einer existenziellen Krise steckt. Er betont, dass die Automobilbranche selbst für ihre Misere verantwortlich ist, plädiert für mehr Risikobereitschaft bei Innovationen, verteidigt Migration als wirtschaftlichen Gewinn, diskutiert Rentenreformen inklusive eines höheren Renteneintrittsalters von 70 Jahren und kritisiert die ungerechte Besteuerung von Arbeit gegenüber Vermögen.

Zahlen & Fakten

zu 90 Prozent

Verantwortung der Automobilhersteller für ihre derzeitige Misere (Dieselskandal, China-Abhängigkeit, verschlafene Innovation)

80–90 Prozent

Anteil des Energiebedarfs, der durch Erneuerbare hätte gedeckt werden können, wenn konsequent nach 2013 ausgebaut worden wäre

100 Milliarden Euro pro Jahr

Langfristige Erhöhung der Steuereinnahmen durch Migration laut Sachverständigenrat für Wirtschaft

Weitere 8 Zahlen & Fakten anzeigen

100 Milliarden Euro

Geschätzte jährliche Steuerhinterziehung durch Spitzenverdiener und Menschen mit großem Vermögen

70 Prozent bis über 80 Prozent

Beschäftigungsquoten von Männern aus Südien, die als Geflüchtete nach Deutschland kamen

5 Millionen

Netto-Verlust von Beschäftigten in den kommenden zehn Jahren durch Renteneintritt von Babyboomern ohne junge Nachwuchskräfte

15.000 Menschen

Nachgewiesene Fälle von Sozialbetrug mit Bürgergeld in den letzten Jahren

von 6:1 auf knapp 2:1

Verhältnis Beschäftigte zu Rentner – von den 1960er Jahren bis heute

8 Jahre

Differenz in der Lebenserwartung zwischen den 1950er-60er Jahren und heute

400.000

Nettozuwanderung von Beschäftigten pro Jahr, die laut IAB/Bundesagentur für Arbeit nötig wäre, um demografischen Wandel auszugleichen

200.000

Aktuelle Zuwanderung nach Deutschland pro Jahr ungefähr

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Pessimismus trotz Stärken: Deutschlands psychologische Wirtschaftskrise · ab 04:00
Kreative Zerstörung und Industriewandel: Notwendigkeit von Risiko und Veränderung · ab 08:00
Migration, Bürgergeld und Rente: Ehrliche Debatten statt Verteilungskampf · ab 22:00
Energiewende, Atomausstieg und Steuerreform: Wissenschaftliche Fakten vs. politische Emotionen · ab 36:00

Quellen

StudieSachverständigenrat für Wirtschaft – Berechnung zum wirtschaftlichen Effekt von Zuwanderung (langfristige Erhöhung der Steuereinnahmen um 100 Milliarden Euro pro Jahr)

StudieInstitut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) / Bundesagentur für Arbeit – Berechnung zum Bedarf an Nettozuwanderung von 400.000 Beschäftigten pro Jahr

Philipp Aghion – Nobelpreis für Ökonomie zum Konzept der 'kreativen Zerstörung'

Weitere 1 Quelle anzeigen

RedeLudwig Erhard – Aussage 'Wirtschaft ist zu 80 Prozent Psychologie'

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

P
Paul RonzheimerHOST

Paul Ronzheimer ist Journalist und Chefredakteur BILD; in dieser Folge moderiert er die Diskussion über das Informationsfreiheitsgesetz, sammelt Zuhörerfragen und führt das Interview.

Alle Auftritte von Paul Ronzheimer
M
Marcel FratzscherGAST

Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Wirtschaftswissenschaftler und Ökonom. Studierte in USA, Großbritannien und Italien, arbeitete als Entwicklungshelfer in Indonesien, für Think Tanks in Washington DC und die Europäische Zentralbank. Forscht zu Ungleichheit, Infrastruktur, Wohnen und Wirtschaftspolitik; berät unabhängig Politik und Wirtschaft auf Basis wissenschaftlicher Daten.

Alle Auftritte von Marcel Fratzscher

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