Folge #9 - Frag den BGL-Chef!
23. Juni 2026 · 58 Min.
Die deutsche Logistikbranche braucht sofortige politische Maßnahmen zur Bekämpfung der Dieselkrise – nicht Kosmetik, sondern echte Umverteilung von CO2-Steuern und Energiesteuern wie in Polen.
Die aktuelle Dieselpreisexplosion (bis 2,50 Euro pro Liter) bedroht die Existenz mittelständischer Transportunternehmen und führt zu stillen Marktaustritten. Prof. Dr. Dirk Engelhardt vom Bundesverband Güterkraftverkehr (BGL) fordert konkrete Maßnahmen: Senkung der Energiesteuer auf europäisches Mindestmaß, Abschaffung der CO2-Doppelbelastung und Liquiditätshilfen. Die Regierungspolitik wird kritisiert für mangelnde Umsetzung von bereits im Koalitionsvertrag zugesagten Maßnahmen. Gleichzeitig werden strukturelle Herausforderungen wie Fahrermangel, E-Mobilität und die fehlende Ladeinfrastruktur diskutiert.
Zahlen & Fakten
1,89 Millionen Euro
Jahresverlust eines Transportunternehmens mit 50 LKWs bei Dieselpreis von 2,50 Euro
10 bis 15 Prozent
Kapazitäten, die in den letzten 1–2 Jahren stillschweigend aus dem Markt gegangen sind
13 Milliarden Euro
Aktuelle LKW-Mauteinnahmen der Bundesregierung (geplant waren 15 Milliarden)
Weitere 15 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
0,4 Prozent
Elektrifizierungsquote bei deutschen 40-Tonner-Fahrzeugen im schweren Güterverkehr
0,27 bis 0,28 Prozent
Elektrifizierungsquote inklusive osteuropäischer Fahrzeuge (von insgesamt 800.000 LKWs)
85 Prozent
Anteil aller Güter in Deutschland, die auf der Straße transportiert werden
2 Prozent
Frauenquote unter Berufskraftfahrern
2,50 Euro pro Liter
Höchste Dieselpreise im April 2022 nach Preisexplosion
47 Cent auf 33 Cent
Geforderte Senkung der Energiesteuer pro Liter auf europäisches Mindestmaß
16 Cent
CO2-Abgabe in der CO2-Maut
17 bis 20 Cent
CO2-Abgabe pro Liter aus dem Brennstoffemissionshandelsgesetz
13 Mega-Charger
Verfügbare Ladestationen (1 staatlich + 12 von Aral), benötigt werden Lademöglichkeiten für 800.000 LKWs
100.000 Fahrer
Fehlende Fahrer in Deutschland im Güterverkehr
15.000 weitere Fahrer
Zusätzlich fehlende Fahrer pro Jahr
3.500 Euro
Kosten für Lkw-Führerschein mit Berufsausbildung im österreichischen Modell
10.000 bis 13.000 Euro
Kosten für Lkw-Führerschein in Deutschland
40.000 fehlende Parkplätze
Defizit an Lkw-Parkplätzen in Deutschland
70.000 User
Nutzer der Spediford-Plattform, die die Aufzeichnung nachträglich erreicht
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• RedeARD-Wirtschaftsexperte Markus Gürne zum Vergleich Rakete und Feder
• RechtKoalitionsvertrag Bundesrepublik Deutschland mit Klausel gegen Doppelbelastung aus CO2-Maut und Brennstoffemissionshandelsgesetz
Wer spricht
PProf. Dr. Dirk EngelhardtGAST
Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) seit 2017. Praktiker mit Erfahrung als Geschäftsführer eines Werkverkehrs mit mehreren hundert Fahrzeugen und selbst LKW-Fahrer gewesen. Promoviert über Transportfahrzeuge im Agrarbereich, Habilitation zu Logistik im Getreideumschlag. Gründer eines Logistikstudiengangs an der Provadis Hochschule. Präsent in Medien und Podcaster (Just in Time). Bekanntes Gesicht der deutschen Transportbranche.
Alle Auftritte von Prof. Dr. Dirk Engelhardt →AAndreas RindhoferHOST
Geschäftsführer von Innovativ, Host und Moderator des Podcast-Formats SpediTalks. Leitet Diskussionen zu aktuellen Themen der Speditions- und Logistikbranche mit Fokus auf Praktikabilität und Umsetzung.
Alle Auftritte von Andreas Rindhofer →MMatthias RadmannHOST
Co-Moderator und technischer Host des Live-Talk-Formats SpediTalks. Führt Interviews und leitet durch die Diskussion. Verantwortlich für die Moderation, Anmoderation und Gesprächsstrukturierung zusammen mit Andreas Rindhofer.
Alle Auftritte von Matthias Radmann →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.