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Epigenetik – Wie beeinflusst die Umwelt unsere Gene?

13. September 2026 · 30 Min.

Epigenetik zeigt, wie Umwelteinflüsse das Ablesen von Genen verändern können und besonders frühe Lebensphasen langfristige Gesundheit und Krankheitsrisiken prägen.

In dem Gespräch erklärt Peter Spork, dass Epigenetik als Zusatzgenetik wirkt: Sie verändert nicht die DNA-Sequenz, sondern wie leicht Gene abgelesen werden. Umweltfaktoren wie Ernährung, Traumata oder Stress können epigenetische Markierungen setzen und so Zellfunktionen dauerhaft beeinflussen. Besonders die ersten 1000 Tage nach Zeugung sind sensibel; hier liegen wichtige Ansatzpunkte für Prävention und Gesundheitsförderung. Gleichzeitig warnt Spork vor vereinfachten Transfer-Erzählungen und overhyped „epigenetischen Heilversprechen“.

Zahlen & Fakten

35 %

Laut einer in Science publizierten Studie hatten Menschen in Großbritannien, die nach dem Zweiten Weltkrieg frühe Lebensphasen während der Zucker-Rationierung durchlebten, ein um 35 % verringertes Diabetesrisiko.

39 %

Zwillingsforschung: Anteil der Erblichkeit an politischer Grundhaltung wird mit etwa 39 % angegeben.

77 %

Zwillingsforschung: Anteil der Erblichkeit am Vegetarismus wird mit etwa 77 % angegeben.

Weitere 4 Zahlen & Fakten anzeigen

23.000

Ungefähr 23.000 Gene im menschlichen Genom, Zahl der kodierenden Gene pro Zellkern.

2 m

Länge des DNA-Fadens im Zellkern: etwa 2 Meter DNA pro Körperzelle.

1.000 Tage

Die ersten 1000 Tage (von Zeugung bis Ende des zweiten Lebensjahres) gelten als besonders prägend für perinatale Programmierung.

40 g

In der genannten Studie zur Nachkriegszeit werden 40 Gramm Zucker pro Tag als Referenzmenge für Mütter in der Rationierung genannt.

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Grundlagen: Was ist Epigenetik und wie werden Gene abgelesen? · ab 00:36
Trauma, Vererbung und frühe Prägung: Was bleibt und was wird weitergegeben? · ab 08:26
Prävention, Politik und Ausblick: First 1000 Days, Therapieeffekte und Systemmedizin · ab 16:20

Quellen

StudieStudie von Rachel Yehuda (New York) zu epigenetischen Veränderungen bei Nachkommen von Holocaust-Überlebenden

StudieStudie in Science über Zucker-Rationierung in Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg und späteres Diabetesrisiko

ArtikelNature-Kommentar »Don't Blame the Mothers« (Kommentar zur Verantwortung von Müttern im Kontext epigenetischer Forschung)

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

N
Nadine ZellerHOST

Moderatorin und Produzentin bei SWR2 Wissen; führt in dieser Folge das Interview zum Thema Kontrollverlust, stellt psychologische Fragen und moderiert die Einordnung für ein breites Publikum.

Alle Auftritte von Nadine Zeller
P
Peter SporkGAST

Biologe, Buchautor und Wissenschaftsjournalist; erläutert Grundlagen der Epigenetik, diskutiert Studien zu Trauma und intergenerationellen Effekten und ordnet präventive sowie politische Konsequenzen ein.

Alle Auftritte von Peter Spork

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

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