Opfersein ist heute ein Machtinstrument geworden – wer sich öffentlich als Opfer inszeniert, gewinnt moralische Autorität unabhängig von den Fakten, und dieses Muster funktioniert sowohl bei der progressiven Linken als auch bei der AfD.
Die Philosophin Maria-Sibylla Lotter argumentiert in dieser Folge, dass sich die gesellschaftliche Rolle des Opfers in den letzten 50 Jahren fundamental verändert hat: von einer stigmatisierten Position hin zu einem Machtinstrument in öffentlichen Debatten. Sie beleuchtet, wie die Traumadebatte sich vom psychiatrischen Kontext emanzipiert hat, wie beide politischen Extreme – progressive Linke und Rechte – von Opferinszenierungen profitieren, und warnt vor der Folge einer immer feiner werdenden Sensibilität, die demokratische Debattenkultur gefährdet. Abschließend plädiert sie für mehr Humor und Robustheit im gesellschaftlichen Miteinander.
Zahlen & Fakten
1980
Jahr der Einführung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) als diagnostische Kategorie im Kontext von Diskussionen um Vietnam-Veteranen
50 Jahre
Zeitraum, in dem sich laut Lotter die gesellschaftliche Bedeutung der Opferrolle spürbar verändert hat
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• BuchGeorge Bonanno: The End of Trauma (2021)
• BuchMaria-Sibylla Lotter: Opfer – Über Verwundbarkeit als Selbstbild
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeKIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.