Die europäische Automobilindustrie verliert bis 2040 massiv an Wertschöpfung und Arbeitsplätzen – nicht primär wegen des Verbrennerverbots, sondern weil die Elektromobilität weniger Arbeitsplätze schafft und Europa global an Marktanteilen verliert.
Der Strukturwandel in der Automobilindustrie vom Verbrenner zur Elektromobilität führt zu dramatischen Verlusten in Europa. Die Fraunhofer-Studie „ELAB 2040" prognostiziert bis 2040 den Verlust von 726.000 Arbeitsplätzen in der europäischen Antriebsstrangproduktion – ein Minus von 45 Prozent bei 1,6 Millionen Positionen. Überraschend: Die Regulierungsszenarien (Verbrennerverbot vs. flexiblere Regeln) spielen eine untergeordnete Rolle. Entscheidend sind Standortbedingungen wie Energiekosten, Bürokratieabbau und Wettbewerbsfähigkeit. Mit gezielten Reformen könnten bis 2035 sogar 200 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung in Deutschland entstehen – doch die Politik handelt nicht.
Zahlen & Fakten
45 %
Prozentuale Reduktion der Arbeitsplätze in der europäischen Antriebsstrangproduktion bis 2040
87–90 Milliarden Euro
Wertschöpfungsverlust bis 2035 im schlechtesten Szenario (34–36 Prozent Minus gegenüber 2025)
95 Milliarden Euro
Gesamter Wertschöpfungsverlust bis 2040 im Worst-Case-Szenario
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24 %
Europas Marktanteil am globalen Fahrzeugabsatz im Jahr 2025
18 %
Europas projizierter Marktanteil am globalen Fahrzeugabsatz im Jahr 2040
113 Milliarden Euro
Wertschöpfungsverlust aus dem Verbrennerbereich im EU-Kommissionsvorschlag-Szenario
18 Milliarden Euro
Wertschöpfung, die aus Elektroantrieben im Kommissionsvorschlag-Szenario neu entsteht (nur ein Sechstel des Verlusts)
54 Milliarden Euro
Wertschöpfungsverlust für Deutschland bis 2040 (minus 64 Prozent gegenüber 2025)
80 %
Wertschöpfungsverlust bei deutschen Zulieferern (vier von fünf Euro verschwinden)
18 Milliarden Euro
Wertschöpfungszuwachs in Ungarn bis 2040 (plus 83 Prozent) durch Verlagerung aus Deutschland und anderen EU-Ländern
17 Milliarden Euro
Wertschöpfungsverlust Frankreichs bis 2040
13 Milliarden Euro
Wertschöpfungsverlust Italiens bis 2040
4,5 Milliarden Euro
Wertschöpfungszuwachs in Tschechien bis 2040
90 Milliarden Euro
Mögliche zusätzliche Wertschöpfung durch verbesserte Standortbedingungen bis 2030
200 Milliarden Euro
Mögliche zusätzliche Wertschöpfung durch verbesserte Standortbedingungen bis 2035
2,9 Millionen
Gesamtzahl von Arbeitsplätzen in Europa für Automobilhersteller und Zulieferer
1,7 Millionen
Arbeitsplätze bei Zulieferern in Europa
5,8 %
Entwicklungskostenquote deutscher Top-Zulieferer (doppelt so hoch wie globaler Durchschnitt von 2,9 Prozent)
35 %
Anteil des Geschäfts großer Zulieferer, das noch in Europa stattfindet (Rest international)
726.000
Prognostizierte verlorene Arbeitsplätze in Europas Antriebsstrangproduktion bis 2040 (von 1,6 Millionen)
660.000
Arbeitsplätze, die bis 2035 in der Antriebsstrangproduktion wegfallen, im Worst-Case-Szenario
275.000
Nettoverlust von Arbeitsplätzen bis 2040 nach Strategy-&-Studie im realistischsten Szenario (Fit-for-55-Programm)
645.000
Zulieferer-Arbeitsplätze in der Strategy-&-Studie, die direkt mit Verbrennungsmotor und Getriebe arbeiten
Themen & Erkenntnisse
Quellen
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• BuchBuch „ABSTURZ – So retten wir Deutschland" von Dr. Daniel Stelter
Wer spricht
DDr. Daniel StelterHOST
Gründer und Leiter von Beyond the Obvious (BTO), Wirtschaftsanalyst und Autor. Stelter ist ein führender Kommentator zu deutschen Wirtschafts- und Finanzfragen, veröffentlicht regelmäßig Analysen zur Wettbewerbsfähigkeit, Energiepolitik und Konjunktur. Er moderiert den wöchentlichen Ökonomie-Podcast BTO und hat das Buch 'ABSTURZ – So retten wir Deutschland' verfasst.
Alle Auftritte von Dr. Daniel Stelter →HHenning RennertGAST
Partner bei Strategy & (Strategieberatungsbereich von PwC) mit Sitz in Düsseldorf und Mitglied der Automotive-Praxisgruppe. Verfügt über umfassende Erfahrung in der gesamten Automobilbranche bei OEMs und Zulieferern, insbesondere an der Schnittstelle zwischen Automobilherstellern und Zulieferern. Studierte Wirtschaftsingenieurswesen an der Technischen Universität Berlin und arbeitete zwölf Jahre in der globalen Automobilzulieferindustrie, bevor er 2007 zu Strategy & kam.
Alle Auftritte von Henning Rennert →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.