Temu, Shein & Co.: Wie illegale Produkte in unseren Online-Warenkörben landen
22. Juli 2026 · 35 Min.
Trotz vorhandener EU-Warnsysteme und Regeln gelangen weiterhin gefährliche und illegale Produkte über Online‑Marktplätze in deutsche Haushalte, weil Kontrolle, Kennzeichnung und Durchsetzung oft versagen.
Die Folge erklärt, wie günstige Angebote auf Plattformen wie Temu, AliExpress & Co. trotz amtlicher Warnungen jahrelang verfügbar bleiben. Michael Klesken (SZ‑Wirtschaftsredaktion) beschreibt Defizite im EU‑Schnellwarnsystem Safety Gate, schwache Durchsetzung durch Plattformen und Behörden sowie wirtschaftliche Gründe und mögliche Gegenmaßnahmen wie strengere Plattformpflichten, plattformübergreifende Sperren und stärkere Sanktionen.
Zahlen & Fakten
1,1 Milliarden Euro
Umsatz von Temu, Shein und AliExpress in Deutschland im zweiten Quartal
5,3 %
Anteil dieser Plattformen am gesamten deutschen Online‑Handelsumsatz (zweites Quartal)
99,91 %
Anteil der gelöschten Angebote, die in der EU‑Datenbank als Verstoß gegen Geschäftsbedingungen und nicht als Rechtsverstoß eingetragen wurden
Weitere 10 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
70 Millionen
Anzahl der im November (letzten Jahres) von Amazon, eBay, Temu, Otto und AliExpress gelöschten Angebote
30 Millionen
Anteil der gelöschten Angebote im November, die von Plattformen selbst als unsicher oder verboten eingestuft wurden
6 %
Maximale mögliche Bußgeldhöhe (bis zu 6 % des Jahresumsatzes) für Plattformen bei Verstößen
550 Millionen Euro
Strafe der EU gegen AliExpress wegen mangelhafter Entfernung illegaler/gefährlicher Produkte
3 Jahre
Dauer, die das bleiverseuchte Kuscheltier trotz Warnung weiterhin online verkauft wurde (laut Recherche)
4 Jahre
Zeitspanne, in der der gefährliche Herren‑Rasierer bestellbar war, obwohl es eine offizielle Warnung gab
4600
Anzahl der Safety‑Gate‑Warnungen im Jahr 2025
338 Tage
Durchschnittliche Zeitspanne, die gemeldete gefährliche Produkte weiter online standen (laut Verbraucherschützern)
3 Euro
Pauschalzoll pro Warenart seit dem Wegfall der 150‑Euro‑Zollfreigrenze (ab 1. Juli 2026)
150 Euro
Frühere Zollfreigrenze für Pakete aus Fernost, deren Wegfall den Handel beeinflusst
Organisationen
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• Bundesverband der Verbraucherzentralen – Recherchen zu bleiverseuchten Kuscheltieren
• Safety Gate – EU‑weites Schnellwarnsystem der Europäischen Kommission
• Europäische Kommission – Mitteilung zur Verhängung einer Strafe gegen AliExpress (20. Juli)
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeWer spricht
LLars LangenauHOST
Moderator und Gesprächsleiter der Folge; eröffnet und moderiert das Interview, stellt die Fragen an den Spanien-Korrespondenten und führt durch die Einordnung der Berichte.
Alle Auftritte von Lars Langenau →MMichael KleskenGAST
Wirtschaftsredakteur der Süddeutschen Zeitung; recherchierte zum EU‑Schutzsystem gegen gefährliche Produkte auf Online‑Marktplätzen und erläutert in dieser Folge Beispiele (bleiverseuchte Kuscheltiere, gefährliche Rasierer), die Schwächen von Safety Gate und mögliche regulatorische Maßnahmen.
Alle Auftritte von Michael Klesken →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
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