Die politische Instrumentalisierung historischer Erinnerungen — etwa die Verherrlichung der UPA und von Stepan Bandera — belastet das polnisch‑ukrainische Verhältnis und gefährdet Sicherheits- und Zukunftskooperationen.
Alice Bota und Michael Thumann analysieren, wie ungeklärte historische Traumata und ihre Instrumentalisierung die Gegenwart zwischen Polen und der Ukraine prägen. Anhand der Erinnerung an die UPA, der Debatte um Stepan Bandera und der Massaker in Wolhynien zeigen sie, wie divergente Narrativa politisch ausgenutzt werden. Es geht um historische Fakten, unterschiedliche Deutungen und die aktuellen diplomatischen und gesellschaftlichen Folgen, inklusive nationalistischer Mobilisierung und einer möglichen Erosion bilateraler Unterstützung.
Zahlen & Fakten
48%
Anteil der 2013 Befragten in einer Umfrage mit negativer Haltung gegenüber OUN/UPA (genannte Ausgangszahl)
8%
Anteil der Befragten mit negativer Haltung gegenüber OUN/UPA nach dem russischen Überfall 2022 (genanntes Ergebnis)
54%
Angabe aus einer älteren Umfrage (2010): Anteil, der Stepan Bandera ablehnte (genanntes Vergleichsdatum)
Weitere 4 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
68%
Angabe aus derselben älteren Umfrage (2010): Anteil, der Stalin ablehnte (genanntes Vergleichsdatum)
120.000
Zahl der Pol:innen, die laut Rede von Karol Nawrotsky Opfer der Massaker in Wolhynien genannt wurden
80.000
Schätzung des Historikers Andreas Kappeler zur Zahl der polnischen Opfer in Wolhynien (genannte Orientierungssumme)
7.000–20.000
Geschätzte Bandbreite der ukrainischen Opfer von Racheakten polnischer Kämpfer in der gleichen Periode
Rubriken
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• BuchAndreas Kappeler: Kleine Geschichte der Ukraine. C. H. Beck, 2024.
• BuchMartin Schulze Wessel: Die übersehene Nation. Deutschland und die Ukraine seit dem 19. Jahrhundert. C.H. Beck, 2025.
• StudieInternationales Institut für Soziologie in Kiew (Umfragedaten zu Haltungen gegenüber OUN/UPA; Analyse: Rückblick auf 2013 und Veränderungen nach 2022).
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeWer spricht
MMichael ThumannHOST
Leiter des Moskauer Büros der ZEIT und Moskau‑Korrespondent; berichtet vor Ort über Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Russland und ist Co‑Moderator des Podcasts „Ostcast“. (Er liefert in dieser Folge Eindrücke aus Moskau und Regionen.)
Alle Auftritte von Michael Thumann →MMartin Schulze-WesselGAST
Martin Schulze‑Wessel, Professor für osteuropäische und südosteuropäische Geschichte an der Ludwig‑Maximilians‑Universität München; Mitgründer der Deutsch‑Ukrainischen Historiker‑Kommission und Autor u. a. von ‚Die übersehene Nation‘, ordnet die widersprüchlichen Erinnerungskulturen in Polen und der Ukraine historisch ein.
Alle Auftritte von Martin Schulze-Wessel →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
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