Engineering Kiosk
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#274 Openwashing: Wenn Open Source nicht wirklich offen ist - mit Johannes Näder

30. Juni 2026 · 1 Std. 13 Min.

Open Washing beschreibt die irreführende Kommunikation, dass proprietäre Software freie Software sei – ein Phänomen, das gerade beim wachsenden Druck zur Public-Money-Public-Code-Beschaffung zunimmt und nur durch präzise Kenntnis der vier Freiheiten zu durchschauen ist.

Die Episode beleuchtet das Phänomen "Open Washing" – wenn Unternehmen ihre proprietäre Software als Open Source oder freie Software ausgeben, um von steigenden Anforderungen in öffentlicher Beschaffung zu profitieren. Johannes Näder von der Free Software Foundation Europe (FSFE) erklärt, dass echte freie Software vier zentrale Freiheiten gewährleisten muss: verwenden, verstehen, verbreiten und verbessern. Die Hosts und der Gast diskutieren konkrete Beispiele wie Bitwarden, ArangoDB und Delos Cloud, zeigen, wie Openwashing funktioniert, und geben Handlungsempfehlungen für Entwickler, Verwaltungen und Politik.

Zahlen & Fakten

263 Milliarden Euro

Jährliche Summe, die die Europäische Kommission für Softwareprodukte ausgibt, größtenteils für proprietäre amerikanische Software

25 Jahre

Zeitraum, den die Free Software Foundation Europe bereits an den Themen freie Software und Public Money, Public Code arbeitet

4

Anzahl der unverrückbaren Freiheiten von freier Software: verwenden, verstehen, verbreiten, verbessern

Weitere 1 Zahl & Fakten anzeigen

9 Jahre

Zeitraum seit der FSFE den Slogan 'Public Money, Public Code' lanciert hat, bis dieser von der Europäischen Kommission aufgegriffen wurde

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Grundlagen: Freie Software vs. Open Source und die Vier Freiheiten · ab 09:49: Freie Software und Open Source meinen dasselbe: Software unter Lizenzen mit vier essentiellen Freiheiten – verwenden, verstehen, verbreiten, verbessern. Alle vier müssen gegeben sein, sonst ist es keine freie Software.
Open Washing: Definition, Motivation und Mechanismen · ab 21:27: Open Washing ist Etikettenschwindel: Firmen behaupten, ihre Software sei Open Source, obwohl sie proprietär ist. Motivation ist der wachsende Druck durch Public Money, Public Code in öffentlichen Ausschreibungen.
Praktische Beispiele und Erkennungsmuster für Open Washing · ab 30:29: Konkrete Fälle: Bitwarden nutzt proprietäre Lizenzen parallel zu GPL, ArangoDB ist komplett proprietär trotz früherer Open-Source-Kommunikation. Rote Flaggen: fehlende Lizenz, versteckte Repos, Community-Editionen ohne Kernfeatures.
Handlungsempfehlungen: Was Privatpersonen, Verwaltungen und Politik tun können · ab 52:00: Awareness schaffen und Expertise institutionalisieren: Ausschreibungen präzisieren, Lizenzen prüfen, Umfragen unterstützen, Standards wie REUSE einführen. Jeder Einzelne kann Openwashing melden und öffentlich thematisieren.

Wer spricht

W
Wolfgang GasslerHOST

Co-Host des Engineering Kiosk Podcasts mit Fokus auf Unternehmenskultur und Führungsverhalten. Freelancer und Consultant im Bereich Engineering und Leadership, der kritisch destruktive Führungspraktiken und digitale Transformation beobachtet sowie die Authentizität von Open-Source-Initiativen hinterfragt.

Alle Auftritte von Wolfgang Gassler
J
Johannes NäderGAST

Senior Projektmanager im Policy-Bereich bei der Free Software Foundation Europe (FSFE), Koordinator der Initiative Public Money, Public Code, Experte zu freier Software und digitaler Souveränität

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