Hormongesteuert
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#56 Mythos Progesteronmangel

29. Juni 2026 · 1 Std. 15 Min.

Der Progesteronmangel in der Perimenopause ist ein hartnäckiger Mythos – in Wirklichkeit sind die Hormonmuster viel komplexer und variabeler als die pauschale Aussage "Progesteron fehlt zuerst".

Die Folge räumt auf mit dem weit verbreiteten Mythos, dass Progesteron in den Wechseljahren als erstes und kontinuierlich weniger wird. Aktuelle Forschung zeigt stattdessen ein erratisches Hormonsystem: Frauen haben mal mehrere Eisprünge hintereinander, mal gar keinen, mal relative Progesteronüberschüsse, mal Mängel – alles im gleichen Zyklus möglich. Dr. Katrin Schaudig erklärt die physiologischen Hintergründe dieser Unregelmäßigkeiten und erklärt, warum eine pauschale Progesteron-Gabe in der Perimenopause häufig nicht zielführend und in der Postmenopause unter bestimmten Bedingungen sinnvoll ist.

Zahlen & Fakten

0,5 %

Anteil der Frauen in der E3N-Studie, die einen Gebärmutterschleimhautkrebs entwickelten, obwohl Progesteron gegeben wurde.

16 Jahre

Zeitraum, seitdem Dr. Schaudig ihre Sicht auf Progesteronmangel korrigiert hat, nachdem sie die australische Studie 2009 las.

2009

Veröffentlichungsjahr der australischen Studie mit Hormonmessungen alle zwei bis drei Tage bei Frauen in der Perimenopause.

Weitere 6 Zahlen & Fakten anzeigen

2 Jahre

Zeitraum vor der letzten Regelblutung, in dem Frauen noch in fast jedem Zyklus Progesteronsekretion haben.

150 Picogramm Östradiol zu 15 Nanogramm Progesteron

Ideales Verhältnis (1:10) in der Mitte der Lutealphase (5–7 Tage nach Eisprung).

20 Picogramm/ml

Blutspiegel-Grenzwert, den ein Münchner Gynäkologe einhält, um ohne Gestagen auszukommen – Dr. Schaudig lehnt diese Strategie ab.

8- bis 10-fach

Erhöhtes Gebärmutterschleimhauthkrebsrisiko bei Frauen der frühen Hormonersatztherapie unter reinem Östrogen (ohne Gestagen).

2,7-fach

Erhöhtes Endometriumkrebsrisiko in der E3N-Studie bei langfristiger Östrogenersatztherapie mit Progesteron (vermutlich unterdosiert).

14 Mikrogramm

Östradiol-Dosis in einem transdermalen Pflaster in den USA – sehr niedrig, aber trotzdem zeigten Zulassungsstudien mehr Blutungen als in Kontrollgruppen.

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Organisationen

Themen & Erkenntnisse

Der Mythos des Progesteronmangels in der Perimenopause · ab 01:30
Drei verschiedene hormonelle Befunde in der Perimenopause · ab 08:10
Östrogendominanz, Blutungen und therapeutische Optionen · ab 16:20
Bioidentisches Progesteron und synthetische Gestagene: Unterschiede und kritische Einwände gegen standardisierte Gabe · ab 25:00
Progesteron und seine zugeschriebenen Eigenschaften: Kritische Analyse · ab 31:00
Progesteron und Gebärmutterschleimhautschutz in Postmenopause: Notwendigkeit und Kontroversen · ab 54:00
Praktische Differenzierung: Perimenopause vs. Postmenopause · ab 01:11:00

Quellen

StudieAustralische Studie von Forschern mit Hormonmessungen alle zwei bis drei Tage bei Frauen in der Perimenopause (2009)

StudieE3N-Studie zu Endometriumkrebsrisiko bei Östrogenersatztherapie mit und ohne Progesteron/Dydrogesteron

RechtLeitlinie zum Endometriumkarzinom (Gebärmutterschleimhautkrebs) mit Daten zu Progesteronschutz

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

K
Katrin SimonsenHOST

Katrin Simonsen ist Redakteurin und Moderatorin bei MDR aktuell und Co‑Host des Podcasts Hormongesteuert. In der Sendung leitet sie die Gespräche, stellt Hörerinnenfragen und verbindet medizinische Inhalte mit lebenspraktischen Perspektiven, um Hormonthemen zugänglich zu machen.

Alle Auftritte von Katrin Simonsen
D
Dr. Katrin SchaudigGAST

Dr. Katrin Schaudig ist Frauenärztin, Hormonexpertin und Präsidentin der Deutschen Menopause‑Gesellschaft. Im Podcast bringt sie ärztliche Fachperspektiven zu Hormonfragen ein, erklärt klinische Zusammenhänge (z. B. PCOS/PMOS, Menopause) und kommentiert Studien sowie Präventionsstrategien.

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KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

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