News-Update vom 24. Juli 2026 - Was Reiche beim EEG und Netzpaket plant
24. Juli 2026 · 32 Min.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat überraschende Entwürfe für EEG-Reform und Netzpaket vorgelegt, die erhebliche Hürden für den Ausbau erneuerbarer Energien schaffen und deren Zusammenwirken kaum abschätzbar ist.
Am Freitagabend des 19. Juli 2026 veröffentlichte das Bundeswirtschaftsministerium endlich die offiziellen Entwürfe zur EEG-Reform und zum Netzanschlusspaket – nach monatelanger Verzögerung. Das Netzpaket sieht Neuerungen bei Netzanschlussverfahren und der Synchronisation von Netz- und Erneuerbaren-Ausbau vor, einschließlich der neuen „systemdienlichen Anschlussleistung" (SAL). Das EEG-Reformpaket erhält die Ausbaupfade, führt aber eine verpflichtende Direktvermarktung für neue Solaranlagen ein. Beide Gesetze sind hochkomplex, ihre gegenseitigen Wechselwirkungen schwer abzuschätzen, und kritisierte Verbände warnen vor ernstlichen Behinderungen des Ausbaus.
Zahlen & Fakten
80 Milliarden Euro
Mögliche Einsparungen beim Netzausbau durch die systemdienliche Anschlussleistung nach BET-Berechnung
5 Prozent
Neue Schwelle für Abregelungsquoten, bei der kapazitätslimitierte Gebiete ausgewiesen werden können (erhöht von 3 Prozent)
70 Prozent
Reduktionsquote der Nennleistung bei Solarpark-Anschlüssen unter systemdienlicher Anschlussleistung (SAL)
Weitere 8 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
10 bis 20 Prozent
Entschädigungsverzicht beim Redispatch in kapazitätslimitierten Gebieten (umstritten in der Interpretation: Jahreserzeugungsmenge vs. Erlöse)
50 Prozent
Anteil der befragten Direktvermarkter, der Solaranlagen ab 100 kW nicht vermarktet, nach Energate-Umfrage
280 Watt je Quadratmeter Rotorkreisfläche
Reduzierte Anschlussleistungsregel für Windenergieanlagen unter SAL
1,5 Cent pro Kilowattstunde
Direktvermarktungsbonus für vier Jahre zum Ausgleich von Dienstleister- und Smart-Meter-Kosten
36 Monate
Dauer der neuen Übergangsvergütung für Solaranlagen beim Übergang zur Direktvermarktung
100 Kilowatt
Schwelle, ab der Solaranlagen bereits heute Direktvermarktung anbieten müssen und ab 2027 neu gelten soll
2 Kilowatt
Neue untere Grenze für verpflichtende Smart-Meter-Gateway-Ausstattung bei Solaranlagen ab 2027
zwei Drittel
Befürchteter Installationsrückgang beim Residential-Solar durch Direktvermarktungspflicht (Bundesverband Solarwirtschaft)
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• Interview mit Ralf Krempp, Leiter Politik beim Beratungsbüro BET, zur systemdienlichen Anschlussleistung
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeWer spricht
CChristian SeelosHOST
Moderator und Host des Energate-Podcasts „Irgendwas mit Energie". Begleitet Interviews und Diskussionen zur Energiewende in Deutschland mit kritischen Fragen und Kontext.
Alle Auftritte von Christian Seelos →RRalf KremppGAST
Leiter Politik beim Beratungsbüro BET. Entwickelte das Konzept der systemdienlichen Anschlussleistung (SAL) und erläuterte in dieser Woche dem Podcast Hintergründe und Ziele des Modells sowie die notwendige Umsetzung.
Alle Auftritte von Ralf Krempp →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.