Fusionskraftwerke könnten Ende der 2060er Jahre nennenswert zum Energiecocktail beitragen – aber nur, wenn die ambitionierten politischen und industriellen Zeitpläne mit der wissenschaftlichen Realität Schritt halten können.
Die Folge beleuchtet die Kernfusion als mögliche Energiequelle der Zukunft. Während Politiker wie Friedrich Merz optimistisch von baldigen Lösungen sprechen, zeigt der Materialwissenschaftler Christoph Kirchlechner vom KIT die realen technologischen Hürden: Die Erzeugung und Kontrolle von 150 Millionen Grad heißem Plasma, die Entwicklung geeigneter Werkstoffe und die Gewinnung von Tritium sind immense Herausforderungen. Erste Demo-Kraftwerke könnten in den 2040er Jahren entstehen, aber zuverlässige, wirtschaftlich rentable Fusionskraftwerke erst ab den 2060ern. Bis dahin bleibt die Fusion ergänzend zu anderen Technologien notwendig.
Zahlen & Fakten
150 Millionen Grad
Temperatur, die in der Magnetfusion für Kernfusion erforderlich ist
3000 Grad Celsius
Schmelzpunkt der besten Werkstoffe der Welt – maximal erreichbare atomare Bindungstemperatur
5 Meter Durchmesser, 3–4 Meter Höhe
Raumgröße des Plasmavolumens in Magnetfusionskonzepten
Weitere 8 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
250–300 Jahre
Zeitraum, bis die Stahllegierung Eurofair 97 nach Gebrauch im Fusionsreaktor soweit abgeklappt ist, dass sie recycelt werden kann
7–12 Jahre
Aufbaudauer neuer Forschungsinfrastrukturen zur Erzeugung echter Werkstoffdaten unter realen Fusionsbedingungen
2034
Frühestmögliches Jahr für erste belastbare Werkstoffdaten unter realen Neutronenbeanspruchungsbedingungen in Fusionsreaktoren
2027/2025
Von verschiedenen US-Privatfirmen versprochener Termin für Q > 1 (Proof of Concept); Commonwealth Fusion Systems verspricht Ende 2025
2034
Von der deutschen Firma Proxima versprochenes Jahr für Q > 1 im Magnetfusions-Konzept
Ende 2030er, Anfang 2040er
Zeitrahmen, in dem erste Demonstrations-Fusionskraftwerke entstehen könnten
Ende 2060er
Realistisches Jahrzehnt, ab dem Kernfusion nennenswert zum Energiecocktail der Gesellschaft beitragen könnte
1 Milliarde Euro
Ungefährer täglicher Wert von Energieimporten der EU (beispielsweise genannt für Energieabhängigkeitsrisiko)
Rubriken
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) in Frankreich – große internationale Fusionsforschungsanlage
• Wendelstein 7X Fusionsreaktor in Greifswald – plasmaphysikalisches Versuchsexperiment
• Commonwealth Fusion Systems – Spin-off des MIT, das Q > 1 für 2025 verspricht
Weitere 1 Quelle anzeigenWeniger anzeigen
• Proxima Fusion GmbH – deutsche Firma mit Ziel Q > 1 im Jahr 2034
Wer spricht
GGabor PahlHOST
Gabor Pahl ist Moderator und Produzent bei SWR2 Wissen, dem Wissenschaftsmagazin des Südwestrundfunks. In der Folge führt er durch das Gespräch, stellt Fragen zur Evolution, Ökologie und Biotechnologie von Moosen und moderiert die Einordnung aktueller Forschungsansätze für ein breites Publikum.
Alle Auftritte von Gabor Pahl →CChristoph KirchlechnerGAST
Materialwissenschaftler und Leiter des Programms Fusion am Karlsruhe Institute of Technology (KIT). Er koordiniert und führt die Fusionsforschung am KIT an und konzentriert sich auf Materialwissenschaft unter extremen Bedingungen, insbesondere auf die Entwicklung von Werkstoffen für Fusionsreaktoren und die Bewältigung von Tritium-Kreislaufprozessen. Kirchlechner ist spezialisiert auf Materialdegradation unter Neutronenbeschuss.
Alle Auftritte von Christoph Kirchlechner →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
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