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Strom aus Kernfusion – Wann kommt das erste Kraftwerk?

31. Mai 2026 · 31 Min.

Fusionskraftwerke könnten Ende der 2060er Jahre nennenswert zum Energiecocktail beitragen – aber nur, wenn die ambitionierten politischen und industriellen Zeitpläne mit der wissenschaftlichen Realität Schritt halten können.

Die Folge beleuchtet die Kernfusion als mögliche Energiequelle der Zukunft. Während Politiker wie Friedrich Merz optimistisch von baldigen Lösungen sprechen, zeigt der Materialwissenschaftler Christoph Kirchlechner vom KIT die realen technologischen Hürden: Die Erzeugung und Kontrolle von 150 Millionen Grad heißem Plasma, die Entwicklung geeigneter Werkstoffe und die Gewinnung von Tritium sind immense Herausforderungen. Erste Demo-Kraftwerke könnten in den 2040er Jahren entstehen, aber zuverlässige, wirtschaftlich rentable Fusionskraftwerke erst ab den 2060ern. Bis dahin bleibt die Fusion ergänzend zu anderen Technologien notwendig.

Zahlen & Fakten

150 Millionen Grad

Temperatur, die in der Magnetfusion für Kernfusion erforderlich ist

3000 Grad Celsius

Schmelzpunkt der besten Werkstoffe der Welt – maximal erreichbare atomare Bindungstemperatur

5 Meter Durchmesser, 3–4 Meter Höhe

Raumgröße des Plasmavolumens in Magnetfusionskonzepten

Weitere 8 Zahlen & Fakten anzeigen

250–300 Jahre

Zeitraum, bis die Stahllegierung Eurofair 97 nach Gebrauch im Fusionsreaktor soweit abgeklappt ist, dass sie recycelt werden kann

7–12 Jahre

Aufbaudauer neuer Forschungsinfrastrukturen zur Erzeugung echter Werkstoffdaten unter realen Fusionsbedingungen

2034

Frühestmögliches Jahr für erste belastbare Werkstoffdaten unter realen Neutronenbeanspruchungsbedingungen in Fusionsreaktoren

2027/2025

Von verschiedenen US-Privatfirmen versprochener Termin für Q > 1 (Proof of Concept); Commonwealth Fusion Systems verspricht Ende 2025

2034

Von der deutschen Firma Proxima versprochenes Jahr für Q > 1 im Magnetfusions-Konzept

Ende 2030er, Anfang 2040er

Zeitrahmen, in dem erste Demonstrations-Fusionskraftwerke entstehen könnten

Ende 2060er

Realistisches Jahrzehnt, ab dem Kernfusion nennenswert zum Energiecocktail der Gesellschaft beitragen könnte

1 Milliarde Euro

Ungefährer täglicher Wert von Energieimporten der EU (beispielsweise genannt für Energieabhängigkeitsrisiko)

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Kernfusion als politisches Hoffnungsträger und physikalische Grundlagen · ab 00:04
Technologische Herausforderungen: Plasma-Einschluss, Materialwissenschaft und Tritium-Gewinnung · ab 04:00
Realistische Zeitpläne: Von Meilensteinen bis zur wirtschaftlichen Rentabilität · ab 21:00

Quellen

ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) in Frankreich – große internationale Fusionsforschungsanlage

Wendelstein 7X Fusionsreaktor in Greifswald – plasmaphysikalisches Versuchsexperiment

Commonwealth Fusion Systems – Spin-off des MIT, das Q > 1 für 2025 verspricht

Weitere 1 Quelle anzeigen

Proxima Fusion GmbH – deutsche Firma mit Ziel Q > 1 im Jahr 2034

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

G
Gabor PahlHOST

Gabor Pahl ist Moderator und Produzent bei SWR2 Wissen, dem Wissenschaftsmagazin des Südwestrundfunks. In der Folge führt er durch das Gespräch, stellt Fragen zur Evolution, Ökologie und Biotechnologie von Moosen und moderiert die Einordnung aktueller Forschungsansätze für ein breites Publikum.

Alle Auftritte von Gabor Pahl
C
Christoph KirchlechnerGAST

Materialwissenschaftler und Leiter des Programms Fusion am Karlsruhe Institute of Technology (KIT). Er koordiniert und führt die Fusionsforschung am KIT an und konzentriert sich auf Materialwissenschaft unter extremen Bedingungen, insbesondere auf die Entwicklung von Werkstoffen für Fusionsreaktoren und die Bewältigung von Tritium-Kreislaufprozessen. Kirchlechner ist spezialisiert auf Materialdegradation unter Neutronenbeschuss.

Alle Auftritte von Christoph Kirchlechner

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

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