Was mich bewegt – Der Automotive-Podcast
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SDV auf der Straße, Excel im Engineering? (feat. Michele Del Mondo)

8. Juli 2026 · 47 Min.

Software-Defined Vehicles haben auf der Straße Realität, aber in Engineering und Prozessen herrscht noch Entwicklungslogik aus dem letzten Jahrzehnt – ein strukturelles Mismatch, das Variantenmanagement, Traceability und durchgängige Prozesse zur Voraussetzung macht.

Die Folge diskutiert die zentrale Diskrepanz zwischen dem technologischen Anspruch des Software-Defined Vehicle und der Realität in Engineering-Abteilungen von OEMs. Die klassischen, auf den Start of Production ausgerichteten Entwicklungsprozesse sind für ein dynamisches, kontinuierlich updatbares Fahrzeug nicht geeignet. Der Schlüssel liegt nicht in technologischen Lösungen, sondern in fundamentalem Prozessdenken: Variantenmanagement, Rückverfolgbarkeit (Traceability) über alle Konfigurations- und Softwarevarianten sowie durchgängige Engineering-Prozesse jenseits klassischer Silos, um OTA-Updates sicher und nachweisbar zu machen.

Zahlen & Fakten

39.000

Anzahl der Zellen in einer Excel-QFD-Matrix (Quality Function Deployment) bei einem OEM (OM) zur Verwaltung von Anforderungen und Abhängigkeiten – Punkt, an dem Excel nicht mehr skalierbar ist.

20–30 Jahre

Zeitraum, über den klassische SOP-fokussierte Automobilentwicklungsprozesse optimiert und etabliert wurden.

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Was ist ein Software-Defined Vehicle wirklich? Unterscheidung zwischen Hype und Wirklichkeit · ab 02:06: SDV bedeutet nicht nur viel Software, sondern fahrzeugkonfigurationsspezifische, nachweisbare kontinuierliche Weiterentwicklung im Feld über OTA-Updates.
Warum traditionelle Entwicklungsprozesse für SDV nicht funktionieren: von Waterfall zu dynamischen Modellen · ab 06:36: Klassische SOP-fokussierte Prozesse sind ungeeignet für kontinuierlich updatable Fahrzeuge; es braucht neue Prozesslogik jenseits des Produktionsstarts.
Der größte Engineering-Bruch: Variantenmanagement und Test – und warum Excel zur Risiko wird · ab 11:14: Größter Bruch: Keine Nachvollziehbarkeit, ob spezifische Konfigurationen getestet wurden. Excel-basierte Variantenlogik wird zur Risiko, nicht skalierbar und nicht auditierbar.
Plattformstrategien und das versteckte Komplexitätsproblem: Hardwarevarianzen schrumpfen, Softwarevarianzen explodieren · ab 14:00: Plattformstrategien verschieben Hardware-Komplexität zur Software; Software-Komplexität steigt exponentiell durch gegenseitige Abhängigkeiten und Nachweispflichten.
OTA-Updates und Fahrzeugkonfiguration: Was ein OEM in Minuten beantworten können muss · ab 36:00: OEM muss in Minuten fahrzeugkonfigurationsspezifisch sagen: Wer ist betroffen, wer hat freigegeben, welche Tests liegen vor, wie läuft Rollback? Dies ist regulatorisch verpflichtend.
Lösungsansätze: Von starren zu agilen Prozessen, Ende-zu-Ende-Denken und systemische Traceability · ab 30:47: Lösungen: Agile Prozesse, Ende-zu-Ende-Verantwortung über Silos, systemische Traceability statt fragmentierte Tools, Change Management statt nur Tool-Investments.

Quellen

RechtUN-ECE Regelung R156 für Software-Update-Management

RechtUN-ECE Regelung R155 für Cyber-Security

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

P
Pascal NagelHOST

Moderator und Co-Host des Automotive-Podcasts ‚Was mich bewegt'. Pascal moderiert die Diskussionen zur Automobilindustrie, Technologie und Unternehmenstransformation und führt Gespräche mit Branchenexperten und Führungskräften.

Alle Auftritte von Pascal Nagel
M
Michele Del MondoGAST

Senior Director Global Advisor Automotive bei PTC. Experte für Variantenmanagement, Traceability, durchgängige Engineering-Prozesse und digitale Transformation in der Automobilindustrie. Berater für OEMs im Bereich Software-Defined Vehicle und Prozessoptimierung.

Alle Auftritte von Michele Del Mondo

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.