Denkt die Landwirtschaft nur an sich selbst, Herr Ritter?
20. Juni 2026 · 29 Min.
Die Landwirtschaft handelt nicht egoistisch, sondern schützt ihre Existenzgrundlage durch fundierte Kostencalkulationen und notwendige Begleitmassnahmen zu Freihandelsabkommen.
Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes, verteidigt sich gegen den Vorwurf, die Landwirtschaft verbaue sich selbst Exportchancen durch ihre Ablehnung des Mercosur-Freihandelsabkommens. Er argumentiert mit detaillierten Kostenberechnungen und weist auf Divergenzen zwischen seinen Analysen und jenen des Bundesrates hin. Die Folge beleuchtet die Spannungen zwischen Landwirtschaft und Industrie bei Handelsfragen, die Kritik an der EU-Bilaterale-III-Vertragspaket sowie Ritters umstrittene Abstimmung zum Atomausstieg in der eigenen Partei.
Zahlen & Fakten
70–115 Mio. Fr.
Geschätzter jährlicher Schaden für die Schweizer Landwirtschaft durch das Mercosur-Abkommen laut Bauernverband
880 Mio. Fr.
Forderung des Bauernverbandes für finanzielle Begleitmassnahmen über acht Jahre im Mercosur-Kontext
150 Mio. Fr.
Angebot des Bundesrates für Investitionskredite als Begleitmassnahmen
Weitere 15 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
600 Mio. Fr.
Verlust an Zolleinnahmen des Bundes pro Jahr seit 1.1.2024 durch Abschaffung der Industriezölle
70–115 Mio. Fr./Jahr
Geschätzter wirtschaftlicher Schaden der Schweizer Landwirtschaft durch das Mercosur-Freihandelsabkommen nach Berechnungen des Bauernverbandes
880 Mio. Fr. über 8 Jahre
Gesamtforderung des Schweizer Bauernverbandes für Ausgleichsmassnahmen zum Mercosur-Abkommen (ca. 110 Mio. Fr./Jahr)
150 Mio. Fr./Jahr
Geschätzte jährliche Einsparungen für die ganze Schweizer Wirtschaft durch das Mercosur-Abkommen nach Bundesrat
150 Mio. Fr.
Betrag, den der Bundesrat als Ausgleich für Investitionskredite zur Verfügung stellen wollte
0,5 Mrd. Fr.
Finanzierungslücke in einem Landwirtschaftsfonds (Fonds de roulement) für zinslose Darlehen über die nächsten fünf Jahre
600 Mio. Fr./Jahr
Zolleinnahmen, die der Bund seit 1. Januar 2024 durch die Abschaffung von Industriezöllen verliert
2'000 Fr.
Durchschnittliches Einkommensminus pro Landwirtschaftsbetrieb pro Jahr durch Mercosur
900 t Käse
Menge an Käseexportquoten, die der Bauernverband für die Mercosur-Staaten ausgehandelt hat
30 Freihandelsabkommen
Anzahl der bisherigen Freihandelsabkommen der Schweiz, bei denen die Landwirtschaft keine speziellen Forderungen stellte
90 Terawattstunden
Menge zusätzlichen Stroms, die die Schweiz nach Dekarbonisierung pro Jahr benötigt
ca. 2'000 Fr./Betrieb
Durchschnittliche Einkommensausfälle pro Landwirtschaftsbetrieb durch das Mercosur-Abkommen nach Bauernverband-Berechnung
ca. 900 t Käse
Ausgehandelte Kontingentmenge für Schweizer Käseexporte im Mercosur-Abkommen
1'000 t
Im Mercosur-Abkommen vorgesehenes Kontingent für Rind-/Boulet-Fleisch-Importe in die Schweiz
90 Terawattstunden
Strommengen, die die Schweiz bis 2050 zur Verfügung haben muss, um CO2-Neutralität bei Dekarbonisierung zu erreichen
Themen & Erkenntnisse
Wer spricht
MMarkus RitterGAST
Präsident des Schweizer Bauernverbandes und Nationalrat der Mitte (St. Gallen), verteidigt die Interessen der Landwirtschaft in Handelsfragen und Energiepolitik
Alle Auftritte von Markus Ritter →PPhilipp BurkhardtHOST
SRF-Korrespondent aus dem Bundeshaus, der über politische und gesellschaftliche Themen berichtet. Burkhardt ist bekannt für seine Berichterstattung zu Kontroversen am Bundesgericht und tritt regelmäßig im Podcast "Zukunft? – Der Podcast von SRF" auf, wo er zu Fragen der Landwirtschaftspolitik Stellung nimmt.
Alle Auftritte von Philipp Burkhardt →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
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