René Buholzer: «Wir befürchten weitere US-Massnahmen»
18. August 2026 · 27 Min.
René Buholzer (Interpharma) warnt, dass die US-Preispolitik (Most-Favored-Nation-Ansatz) bereits zu Versorgungsverlusten in der Schweiz führt und fordert eine rasche Modernisierung des Schweizer Preissystems, damit Zugang und Life‑Sciences‑Standort gesichert bleiben.
Im Gespräch mit Karoline Arn erklärt René Buholzer, dass die US-Politik zur Senkung von Medikamentenpreisen die Schweiz direkt trifft: Schweizer Nettopreise werden als Referenz herangezogen, wodurch Firmen weniger Medikamente zur Erstattung einreichen. Interpharma fordert, die Krankenversicherungsverordnung (KVV) so anzupassen, dass kaufkraftorientierte Vergleiche und neue Finanzierungsmodelle (z. B. Fonds, andere Finanzierungsschlüssel) die Versorgung sichern. Zugleich betont Buholzer die wirtschaftliche Bedeutung der Pharmaindustrie für die Schweiz und die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Life‑Sciences-Strategie.
Zahlen & Fakten
10 Milliarden Franken
Jährlicher Beitrag der Pharmabranche zur Wertschöpfung / Steuer- und Abgabeneffekte (im Vortrag genannt)
25 Millionen Franken
Jährlicher Betrag, den ein Nicht-Pharma-Kanton (Beispiel Kanton Thurgau) durch Steuer- und Ausgleichszahlungen von der Pharma erhält
33 %
Anteil der innovativen Medikamente (rund ein Drittel), die laut Interpharma nicht mehr zur Vergütung durch die Schweizer Krankenkassen eingereicht werden
Weitere 9 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
4 %
In der erwähnten Studie geringerer Nettopreis in der Schweiz im Vergleich zu Deutschland (nach Abschlägen, genannt von Interpharma)
20–30 %
Schätzung, wie viel billiger Schweizer Preise kaufkraftbereinigt im Vergleich zu Deutschland sein könnten (nannte Buholzer)
4–8 %
Übliche Spannbreite, um wie viel Schweizer Listenpreise höher sind als in Nachbarländern (nicht kaufkraftbereinigt), laut Aussage im Gespräch
0,6 %
Anteil des Schweizer Marktes am globalen Pharmamarkt (Grössenverhältnis, genannt als Grund für geringe Einflussmöglichkeit auf Firmenentscheidungen)
1,5 Milliarden Franken
Jährliche Kosten aus dem Medikamentenmarkt (genannte Grössenordnung)
8 %
Anteil patentgeschützter Medikamente an den Prämienkosten (genannte Zahl)
50'000
Beschäftigte in der Schweizer Pharmaindustrie (Anzahl Jobs)
2040
Jahr, bis zu dem eine Szenarienanalyse einen Rückgang der Branche aufzeigt, wenn Rahmenbedingungen nicht verbessert werden
33 Franken
Monatlicher Betrag, den eine Studie zufolge die Schweizer Bevölkerung bereit wäre zu zahlen, um den Zugang zu Medikamenten wie in Deutschland zu sichern
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• ArtikelBeobachter (Erwähnt im Gespräch als Medium, das die ökonomische Bedeutung der Pharmabranche kommentierte)
• StudieUntersuchung von Interpharma (Analyse zu Auswirkungen der neuen US-Preispolitik auf Einreichungen für Vergütung in der Schweiz)
• RedeBundesamt für Gesundheit (Aussage gegenüber Republik zur kaufkraftkorrigierten Auslandpreisvergleich)
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeWer spricht
RRené BuholzerGAST
René Buholzer ist Geschäftsführer von Interpharma, dem Verband der forschenden Pharmaunternehmen in der Schweiz. Er ist Volkswirtschaftler, Politikwissenschaftler und Staatsrechtler und erläuterte im Gespräch die wirtschaftlichen Effekte der US-Preispolitik, die Bedeutung des Pharmastandorts sowie seine Forderungen an die KVV-Revision und Finanzierungsoptionen für Zugangssicherung.
Alle Auftritte von René Buholzer →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
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