Real Estate Network – Deutschlands grösstes Immobilien-Podcast-Netzwerk - mit Alexander Schmid von IRECC
Real Estate Network – Deutschlands grösstes Immobilien-Podcast-Netzwerk - mit Alexander Schmid von IRECC
Real Estate Network – Deutschlands grösstes Immobilien-Podcast-Netzwerk - mit Alexander Schmid von IRECC

Immobiléros - Der Podcast für die Immobilienszene: Björn Fries, Drees & Sommer NRW: „Halte nichts vom Bashing der öffentlichen Hand, Probleme sind systemischer Natur"

6. Juli 2026 · 36 Min.

Das Sondervermögen für Infrastruktur ist eine historische Chance, aber die größere Herausforderung liegt nicht in der Finanzierung, sondern in der Umsetzung: Systemische Probleme wie Vergaberecht, fehlende Kapazitäten und mangelnde Transparenz müssen gelöst werden, damit die Mittel in fünf Jahren tatsächlich zu fertiggestellten Projekten führen.

Björn Fries, Schulbau-Experte bei Drees & Sommer, analysiert, wie das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen in der Kommunalpraxis ankommt. Während die Finanzierungsfrage geklärt ist, entstehen Verzögerungen durch Vergaberecht, fehlende Grundlagen und systemische Silos in der öffentlichen Hand. Alternative Abwicklungsmodelle wie Total- und Generalunternehmervergaben sowie Investorenverfahren gewinnen an Bedeutung, erfordern aber regulatorische Klarheit und Transparenz. Das Ziel für fünf Jahre sollte nicht eine bestimmte Quote erfüllt sein, sondern strukturelle Veränderungen in der Projektabwicklung.

Zahlen & Fakten

100 Milliarden Euro

Gesamtvolumen des Sondervermögens für Infrastruktur, das vom Bund bereitgestellt wurde.

85 bis 95 Prozent

Anteil der Mittel aus dem Sondervermögen bis 2025, die laut IFO-Institut und Institut der deutschen Wirtschaft Köln Kernhaushalte entlasten statt neue Projekte zu finanzieren.

30 bis 40 Millionen Euro

Durchschnittliche Kosten für ein Schulbauprojekt; größere weiterführende Schulen kosten im dreistelligen Millionen-Bereich, kleinere Grundschulen 15–20 Millionen.

Weitere 7 Zahlen & Fakten anzeigen

260 Millionen Euro

Mittel für Schulbau, die Köln aus dem Sondervermögen erhält (von insgesamt 520 Millionen).

20 Milliarden Euro

Mittel aus dem Sondervermögen, die vom Bund an Nordrhein-Westfalen gehen.

520 Millionen Euro

Gesamtvolumen der Direktzuwendungen aus dem Sondervermögen für die Stadt Köln.

300 Schulen

Ungefähre Anzahl der Schulen in Köln.

6 bis 8 Euro pro Quadratmeter

Unrealistisch niedrige interne Verrechnungssätze, die manche Kommunen für Gebäudebetrieb ansetzen, ohne alle tatsächlichen Kosten abzubilden.

zwei Drittel

Anteil der Kölner Schulen, die sanierungsbedürftig sind, also etwa 200 Schulen.

fünf Jahre

Zeitfenster, in dem Björn Fries erwartet, nicht fertig mit dem Sanierungsstau zu sein – nicht mal zur Hälfte.

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Das Sondervermögen und die realistischen Erwartungen · ab 10:06: Das Sondervermögen bietet finanzielle Entlastung, löst aber nicht das Sanierungsproblem. Mit realistische Perspektive: Bei Kosten von 30–40 Mio. pro Schulbauprojekt reichen 260 Mio. für Köln gerade für einen kleinen Teil der 200 sanierungsbedürftigen Schulen.
Systemische Herausforderungen statt Verwaltungs-Bashing · ab 12:23: Systemische Herausforderungen wie Vergaberecht und fehlende Transparenz sind größer als Individual-Versagen. Total- und Generalunternehmervergaben sind notwendig, stoßen aber auf rechtliche und lobbistische Widerstände.
Alternative Abwicklungsmodelle und Investorensicherheit · ab 13:23: Total- und Generalunternehmer sowie Investorenverfahren ermöglichen Kostengarantien und reduzieren Schnittstellen. Investorenmodelle sind noch Nische, könnten aber bei Grundstückmangel oder Betreibermodellen sinnvoll sein.
Transparenz und Facility-Management-Kosten als Blind Spot · ab 28:59: Kommunen kennen ihre Gebäudebetriebskosten nicht. Ohne Transparenz können sie Investorenmodelle nicht bewerten und wirtschaftlich vergleichen – das ist die zentrale Blockade.
Zukunftsausblick: Strukturelle Veränderungen statt Leistungsquoten · ab 31:00: Realistische Erwartung: In fünf Jahren nicht fertig. Ziel statt Quote: Strukturen für Total-/Generalunternehmer und Investoren legitimieren, faire Bedingungen aushandeln, Transparenz schaffen.

Quellen

StudieIFO-Institut: Studie zu Krediten und Investitionen des Sondervermögens bis 2025

StudieInstitut der deutschen Wirtschaft Köln: Studie zu Krediten und Investitionen des Sondervermögens bis 2025

RechtPlanungsbeschleunigungsgesetz

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

B
Björn FriesGAST

Senior-Teamleiter bei Drees & Sommer, studierter Architekt und Experte für Schulbau und öffentliche Hand. Arbeitet seit Jahren mit Kommunen in Nordrhein-Westfalen an Infrastrukturprojekten und berät bei der Modernisierung von Abwicklungsmodellen wie Total- und Generalunternehmervergaben sowie Investorenverfahren. Spezialist für Schulbausanierungen und Facility-Management-Strategien in der Kommunalwirtschaft.

Alle Auftritte von Björn Fries
Y
Yvette WagnerHOST

Moderatorin des Immobilierus-Podcasts von Immokom. Sie leitet das wöchentliche Gesprächsformat über Köpfe, Projekte, Konflikte und Geschichten der Immobilienwirtschaft im deutschsprachigen Raum mit analytischem Zugang und direkter Fragetechnik.

Alle Auftritte von Yvette Wagner

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.