1a LAGE - Der Immobilienpodcast
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#282 Wer zur Eigennutzung kauft, ist (leider) der Dumme

16. Juli 2026 · 32 Min.

Selbstgenutzte Immobilien werden in Deutschland steuerlich massiv benachteiligt gegenüber vermieteten Immobilien, was Eigenheimkäufern systematisch Renditevorteile von 2-4 Prozentpunkten kostet.

Die Folge analysiert mittels IW-Musterrechnungen, wie unterschiedlich Deutschland selbstgenutzte und vermietete Wohnimmobilien besteuert. Während Vermieter durch Abschreibungen, steuerliche Verlustverrechnungen und steuerfreie Veräußerung nach zehn Jahren erhebliche Vorteile genießen, wird der Eigenheimkäufer wie ein Konsumgut besteuert – ohne Kostenabzüge. Das Steuersystem führt dazu, dass Vermieter bei gleichen Immobilien um 87.000 Euro höhere Barwerte realisieren können, besonders in den Top-7-Städten. Die politische Schlussfolgerung sollte nicht in höherer Vermieterbesteuerung liegen, sondern in Entlastung von Eigenheimerwerbern.

Zahlen & Fakten

5%

Jährliche Rendite für selbstgenutzte Bestandsimmobilie im Standardmodell (300.000 Euro Kaufpreis)

7,1%

Jährliche Rendite für vermietete Bestandsimmobilie im Standardmodell

5,1%

Jährliche Rendite für selbstgenutzte Neubauimmobilie im Standardmodell

Weitere 25 Zahlen & Fakten anzeigen

9,1%

Jährliche Rendite für vermietete Neubauimmobilie im Standardmodell (degressive AFA)

2,1 Prozentpunkte

Rendite-Differenz zwischen Vermieter und Selbstnutzer bei Bestandsimmobilien

4 Prozentpunkte

Rendite-Differenz zwischen Vermieter und Selbstnutzer bei Neubauimmobilien

6%

Rendite für Selbstnutzer in Top-7-Städten mit regionalen Wertsteigerungsannahmen

8,9%

Rendite für Vermieter in Top-7-Städten mit regionalen Wertsteigerungsannahmen

3,37%

Durchschnittliche Mietrendite Top-7-Standorte (Bestand)

3,9%

Durchschnittliche Mietrendite im Umland

4%

Durchschnittliche Mietrendite bei weiteren kreisfreien Großstädten

1,5 bis 2%

Real prognostizierte Wertsteigerung Top-7-Städte (ca. 4% nominal)

2%

Abschreibungssatz für Bestandsimmobilien

5%

Abschreibungssatz für Neubauimmobilien (degressive AFA aktuell)

15%

Maximaler Anteil von Renovierungs-/Sanierungskosten, der direkt steuerlich geltend gemacht werden kann

3,7%

Unterstellter Zinssatz in der IW-Musterrechnung

4%

Unterstellte Mietrendite in der IW-Musterrechnung (brutto vom Kaufpreis)

3%

Unterstellte jährliche Wertsteigerung in der IW-Musterrechnung

1%

Unterstellte jährliche Mietsteigerung in der IW-Musterrechnung

20%

Eigenkapitalquote in der IW-Musterrechnung (80% Fremdkapital)

8,7%

Erforderliche jährliche ETF-Rendite zur Äquivalenz mit Bestandsvermietung (7%)

10,7%

Erforderliche jährliche ETF-Rendite zur Äquivalenz mit Neubau-Vermietung (9,1%)

6,5%

Grunderwerbsteuersatz in Nordrhein-Westfalen

87.000 Euro

Barwert-Vorteil des Vermieters gegenüber dem Selbstnutzer in Top-7-Städten über 15 Jahre

11

Anzahl strukturschwacher Kreise, in denen Selbstnutzung attraktiver ist als Vermietung

10 Jahre

Zeitraum nach dem Vermieter Veräußerungsgewinne steuerfrei realisieren kann

15 Jahre

Betrachtungszeitraum in den IW-Musterrechnungen bis zum Verkauf

42.000 bis 52.000 Euro

Barwert-Vorteil des Vermieters in anderen Kreistypen (Umland, weitere Großstädte, sonstige Kreise)

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Steuerliche Grundlagen: Selbstnutzung vs. Vermietung · ab 03:28: Vermieter nutzen Abschreibungen und Steuerverluste; Selbstnutzer haben keine Kostenabzüge und zahlen Gewinne nicht – bewusst als Konsumgut-Besteuerung konstruiert.
Musterrechnungen und Rendite-Unterschiede nach Region · ab 09:35: Bestand: Vermieter 2,1% mehr Rendite; Neubau: 4% mehr. Top-7-Städte zeigen extremsten Vorteil mit 87.000 Euro Barwert-Differenz.
Politische Schlussfolgerungen und Investoren-Perspektive · ab 25:57: Politik sollte Selbstnutzer durch Grunderwerbsteuer-Freibetrag entlasten, nicht Vermieter höher besteuern. Vermietung bleibt für Anleger überzeugend.

Quellen

StudieIW-Musterrechnungen zur Besteuerung von selbstgenutzten und vermieteten Wohnimmobilien

StudieIW-Analyse zu demografischer Entwicklung und Wertsteigerungsprognosen

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

H
Hauke WagenerHOST

Projektentwickler aus Hamburg und Co‑Host des Podcasts 1a LAGE; bringt praktische Immobilienerfahrung (Projektentwicklung, Marktpraxis) ein, moderiert Hörerfragen und ergänzt ökonomische Einschätzungen durch operative Perspektiven.

Alle Auftritte von Hauke Wagener
P
Prof. Dr. Michael VogtländerGAST

Volkswirt und Professor/Experte am Institut der Deutschen Wirtschaft, regelmäßig Co‑Host des Podcasts; liefert makroökonomische Einordnungen zu Zinsentwicklung, Kapitalflüssen und politischen Wirkungen auf Immobilienmärkte sowie empirisch fundierte Analysen.

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