Hotel Matze
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Männerberater Björn Süfke - Wie finden Männer Zugang zu ihren Gefühlen?

10. Juni 2026 · 2 Std. 29 Min.

Männer müssen lernen, ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken, denn die gesellschaftliche Anforderung, Gefühle abzuwehren, schadet ihnen und uns allen – Befreiung ist möglich durch liebevolle Konfrontation und kontinuierliche Selbstreflexion.

Björn Süfke, Diplom-Psychologe und Männerberater seit 30 Jahren, diskutiert mit Matze Hielscher, wie männliche Sozialisation ab der Geburt Jungen dazu bringt, ihre Gefühle abzuwehren. Diese „toxische Männlichkeit" ist ein gesellschaftliches Anforderungsprofil, das Männer unfreiwillig übernehmen und das zu psychischen und physischen Erkrankungen, Gewalt und Suiziden führt. Durch liebevolle Konfrontation, Zugang zu Hilflosigkeit und Selbstreflexion können Männer emanzipiert werden und ihre volle Menschlichkeit entwickeln. Die Hoffnung liegt darin, dass der menschliche Drang nach Freiheit sich langfristig gegen Geschlechterstereotype durchsetzt.

Zahlen & Fakten

30 Jahre

Björn Süfke arbeitet seit fast 30 Jahren in einer der ersten Männerberatungsstellen Deutschlands

70 Monate

Durchschnittliche Wartezeit von Männern, bevor sie sich psychologische Hilfe holen (nach Auftreten von Symptomen), im Vergleich zu 8-9 Monaten bei Frauen

3x höher

Suizidrate von Männern im Vergleich zu Frauen; auch 3x höhere Quote bei Suchterkrankungen und psychosomatischen Erkrankungen

Weitere 6 Zahlen & Fakten anzeigen

5 Jahre

Männer sterben durchschnittlich 5 Jahre früher als Frauen, teilweise als Folge von Geschlechterstereotypen und deren gesundheitlichen Auswirkungen

70 Monate

Männer warten im Durchschnitt etwa 70 Monate (ca. 6 Jahre), bis sie sich bei psychischen Problemen Hilfe holen – bei Frauen sind es 8–9 Monate

3x häufiger

Männer suizidieren sich drei Mal so häufig wie Frauen und leiden drei Mal so häufig an Suchterkrankungen

5 Jahre früher

Männer sterben durchschnittlich etwa fünf Jahre früher als Frauen, auch eine Folge der toxischen Männlichkeitssozialisation

gut ein Drittel

Anteil junger Männer, die explizit antifeministisch eingestellt sind, laut verschiedener Umfragen

ein Drittel

Ein gutes Drittel junger Männer ist laut Umfragen explizit antifeministisch eingestellt

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Männliche Sozialisation und Gefühlsabwehr · ab 04:03: Von Geburt an werden Männern Gefühle wie Trauer, Angst und Hilflosigkeit abtrainiert, während Ärger als das einzige erlaubte Gefühl gilt.
Das männliche Dilemma und die Verunsicherung · ab 45:40: Männer brauchen Gefühle psychologisch, müssen sie aber auch abwehren – eine unmögliche Situation, die heute durch widersprüchliche Anforderungen verschärft wird.
Männerberatung und liebevolle Konfrontation · ab 22:05: Effektive Männerberatung schafft Zugang zu Gefühlen durch liebevolle Konfrontation, nicht durch klassische therapeutische Techniken wie offene Fragen.
Abwehrmechanismen und deren Ausprägungen · ab 20:13: Süfke beschreibt ein Spektrum von Abwehrmechanismen: Intellektualisierung und Mansplaining wirken harmlos, aber wirksam; Kontrolle über alles (Hotels planen, alles regeln) versteckt Angst; Sarkasmus und ständiges Ironisieren verhindern echte Berührung; Action-Filme und Fachliches absorbieren emotionale Energie statt sie zu verarbeiten. Die könnten sich von süß bis gefährlich: Am einen Ende etwa Nerdiness über Eisenbahnfahrpläne, am anderen Ende Gewalt. Süfke betont, dass diese Mechanismen unbewusst laufen und nicht böse gemeint sind – es ist gelernt.
Toxische Männlichkeit, Geschlechterstereotype und Identität · ab 13:46: Toxische Männlichkeit ist ein Anforderungsprofil, nicht eine Eigenschaft von Menschen; Männlichkeit ist soziale Konstruktion und wird durch Abgrenzung von Weiblichkeit definiert.
Hoffnung, Veränderung und Emanzipation · ab 01:41:00: Trotz Backlash gibt es Hoffnung: Der menschliche Drang nach Freiheit und Gerechtigkeit setzt sich langfristig durch; Verunsicherung ist kein Fehler, sondern Chance.
Zärtlichkeit, Selbstreflexion und echte Begegnung · ab 02:22:30: Zärtlichkeit bedeutet, sich selbst und andere mit Akzeptanz zu beobachten, ohne Druck zu verändern – das ist ein Fundament für Menschlichkeit.

Quellen

BuchMännersehen

PodcastSophia Fritz - Toxische Weiblichkeit (Episode "Hotel Matze")

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.