
#269 Eigentum in Deutschland: Ohne Erbe chancenlos?
1. Juli 2026 · 30 Min.
Der deutsche Immobilienmarkt schließt sich für Millennials ohne Erbvermögen praktisch ab: Eigenkapitalanforderungen, Erwerbsnebenkosten und Finanzierungshürden haben sich dramatisch verschärft, während der Neubau scheitert und Wohneigentum zum Privileg von Erben wird.
Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach analysieren, warum das politische Neubauziel von 400.000 Wohneinheiten trotz Bedarfsgerechtigung scheitert: Finanzierungshürden, Bürokratie und mangelnde Investitionsbereitschaft begrenzen den Neubau auf etwa 200.000 Einheiten pro Jahr. Die zentrale These lautet, dass Eigenkapitalbildung und Erwerbsnebenkosten für junge Generationen inzwischen so prohibitiv sind, dass selbstgenutztes Wohneigentum faktisch nur noch durch Erbschaft möglich ist. Gleichzeitig diskutieren sie, ob ländliche Alternativen mit günstigeren Bestandsimmobilien einen Ausweg bieten und ob strikte Klimaschutzauflagen kleine Vermieter verdrängen, während institutionelle Investoren profitieren.
Zahlen & Fakten
40 Millionen
Wohneinheiten im deutschen Bestand
1 %
Notwendige jährliche Erneuerungsquote des Bestands (alle 100 Jahre abreißen und neu)
20 %
Erforderliche Eigenkapitalquote
Weitere 17 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
10 %
Erwerbsnebenkosten Spanne
10 %
Anteil junge Vermieter unter 40 Jahren (Durchschnitt)
1 %
Aktuelle Modernisierungsquote des Bestands
2–3 %
Erforderliche Modernisierungsquote für Klimaschutz und Bestandserhalt
25 %
Anteil der Mietwohnungen in institutioneller Hand
3–6 %
Anteil Mieter, die Eigenkapitalquote aufbringen können (regional unterschiedlich)
6 %
Eigenkapitalfähige Mieter auf dem Land
400.000
Politisches Neubauziel für Wohneinheiten pro Jahr
200.000
Realisierte Neubauten pro Jahr, etwa 50% des Ziels
1,7-faches
Erforderliches Eigenkapital als Jahreseinkommen für Babyboomer in den 1980ern
3 bis 5-faches
Erforderliches Eigenkapital als Jahreseinkommen für Millennials heute
7 Jahre
Sparzeit für Eigenkapital bei Babyboomern (20% Sparquote)
14–15 Jahre
Sparzeit für Eigenkapital bei Millennials (20% Sparquote)
750.000 Euro
Durchschnittlicher Kaufpreis Beispielrechnung (Stuttgart, Hamburg, München und Umland)
150.000 Euro
Eigenkapital bei 750.000 Euro Kaufpreis (20%)
75.000 Euro
Erwerbsnebenkosten bei 750.000 Euro Kaufpreis (10%)
100.000–150.000 Euro
Hauspreise in ländlichen Regionen (Thüringen, Hessen, Odenwald, Saarland)
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• StudiePestel-Institut Studie zur Privatisierungswelle und Eigenkapitalquoten
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeWer spricht
KKatharina IvankovicHOST
Co-Host des Lageberichts – Immobilienpodcast. Führt mit Fachkompetenz und kritischer Perspektive Interviews zu Wohnungsmarkt, Stadtentwicklung und Baupolitik. Persönliche Erfahrung als Absolvent eines dualen Studiums in Heidelberg (seit 2012), wodurch sie Bezug zu Studentenwohnraum-Thematik hat.
Alle Auftritte von Katharina Ivankovic →DDr. Peter HettenbachHOST
Co-Host des Lageberichts – Immobilienpodcast. Bringt tiefe Expertise in Immobilienfinanzierung, Steuerrecht (insbesondere geldwerter Vorteil), Genossenschaftsmodelle und strategische Unternehmensplanung ein. Diskutiert lösungsorientiert Szenarien für bezahlbares Wohnen.
Alle Auftritte von Dr. Peter Hettenbach →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.